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Soziale Medien im Job machen innovativer

Soziale Medien am Arbeitsplatz? Das wird oft infrage gestellt. Zu Unrecht, sagen Forscher der TU Darmstadt. Bild: © M.studio/Fotolia.de
Soziale Medien am Arbeitsplatz? Das wird oft infrage gestellt. Zu Unrecht, sagen Forscher der TU Darmstadt. Bild: © M.studio/Fotolia.de

In deutschen Unternehmen kommunizieren die Mitarbeiter eher zurückhaltend über Soziale Medien. Schließlich heißt es oft, dass Facebook, Twitter und Co. von der eigentlichen Arbeit ablenken, Stress bei den Nutzern fördern und sogar zur unkontrollierten Weitergabe vertraulicher Unternehmensinformationen führen können. Eine Studie der > TU Darmstadt unter 800 Wissensarbeitenden – Mitarbeitern, die primär konzeptionell arbeiten – zeigt, dass auch diese Mitarbeiter Social Media zwar regelmäßig im privaten Bereich einsetzen, diese Kommunikationskanäle allerdings eher selten beruflich nutzen. In vielen Unternehmen würden dadurch erhebliche Innovationspotenziale brachliegen, sagt Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Fachgebiet Marketing und Personalmanagement des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Hochschule.

Social Media steigern die Effizienz von Arbeitsprozessen

Unter Stock-Homburgs Leitung hat die Universität eine weitere aktuelle Studie durchgeführt, die belegt, dass der Einsatz Sozialer Medien am Arbeitsplatz die Fähigkeit der Mitarbeiter erhöht, Innovationen hervorzubringen. Für die Untersuchung wurden rund 700 Unternehmen unterschiedlicher Branchen befragt. Ein Großteil der Firmen gab an, dass die Nutzung von Social Media im Job dabei hilft, die Effizienz und Innovativität von Arbeitsprozessen zu steigern. Hinsichtlich des Reifegrads im Umgang mit diesen Medien gibt es allerdings große branchenspezifische Unterschiede: Die IT- und Automobilbranche nehmen eine Vorreiterstellung ein, während Handel und öffentlicher Dienst die Schlusslichter sind.

Mitarbeiter, die regelmäßig soziale Medien beruflich nutzen, bringen mehr Ideen in ihren beruflichen Alltag ein, mobilisieren Mitstreiter für diese Ideen und setzen sich stärker für deren Umsetzung ein,

kommentiert Matthias Groß, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, die Studienergebnisse.

Auf experimentierfreudige Mitarbeiter als Promotoren setzen

Die Studie gibt Handlungsempfehlungen dazu, wie Unternehmen die Bereitschaft ihrer Mitarbeiter erhöhen können, Soziale Medien im Job einzusetzen. So sollte die Affinität von Mitarbeitern zu diesem Thema genutzt werden. Beschäftigte, die gerne mit Sozialen Medien experimentieren, seien offener und deutlich eher bereit, diese auch beruflich zu nutzen. Da gerade in innovativen Einheiten Mitarbeiter mit einer hohen Experimentierfreude zu finden sind, eigneten sich diese Bereiche besonders als Pilotbereiche für den Einsatz Sozialer Medien.

Zweifel bezüglich der Datensicherheit ausräumen

Darüber hinaus sollten Führungskräfte als Vorbild agieren, um mögliche Vorbehalte und Ängste abzubauen. Auch müsse den Mitarbeitern die Angst vor mangelnder Datensicherheit genommen werden, die immer noch eine große Barriere darstellt. Grundlage dafür sei, dass Unternehmen in die Datensicherheit und die Glaubwürdigkeit datenschutzbezogener Aktivitäten investieren.

Lernbereitschaft trotz Vorbehalten

Eine weitere Barriere, die die Forscher zunächst vermutet hatten, erwies sich eher als förderlich: Mitarbeiter, die sich mit Social Media nach eigener Einschätzung nicht gut auskennen oder denken, überfordert zu sein, sähen letztlich durchaus einen Nutzen darin, den Umgang mit Sozialen Medien zu erlernen und sich dadurch weiterzuentwickeln, so Stock-Homburg.