Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Vorzeigeprojekte auf Learntec ausgezeichet

Eingangshalle der Karlsruher Messe mit Besuchern der Learntec
Reges Treiben in der Karlsruher Messe: Die Learntec, Fachmesse für digitale Bildung, verzeichnete in diesem Jahr einen Besucherrekord. Foto: Behrendt und Rausch

Über 15.500 Besucher konnte das Branchentreffen in der Karlsruher Messe in diesem Jahr verzeichnen – das sind 34 Prozent mehr als bei der vergangenen Auflage. Auch die Zahl der Aussteller stieg, von 2019 rund 340 auf dieses Jahr 411. Der Zulauf war so groß, dass die Veranstalter für die Learntec im kommenden Jahr eine zusätzliche Halle öffnen wollen.

Vor allem interaktive Messeangebote beliebt

Großen Zulauf erhielt das “Future Lab” auf der Messe, bei dem Besucher selbst die neuesten Trends im digitalen Bildungsmarkt ausprobieren konnten. Beispielsweise zeigten Anbieter intelligente Chatbots, die Lerninhalte vermitteln. Besucher konnten das Virtual-Reality-Spiel des Medienkünstlers Jens Stober spielen, bei dem sie den Verlauf mittels Hirnwellen steuern. Auch Merge Cubes wurden gezeigt – physische Würfel, die mit Augmented Reality zu verschiedensten Objekten erweitert werden können. Diese Simulationen, etwa des Sonnensystems oder von Werkzeugen, kann der Nutzer dann mit Bewegungen des Würfels in seiner Hand drehen und steuern.

Insgesamt waren VR und AR tragende Elemente der Messe. Die Veranstalter gingen eine Kooperation mit dem Ersten Deutschen Fachverband für HR ein. Es gab einen eigenen Messebereich für Lösungen mit VR- und AR-Technologie.

Doch auch mit den klassischen, analogen Messebereiche zeigen sich die Learntec-Macher zufrieden: Die Keynotes von Iriene Oksinoglu, der Leiterin der Initiative Future Work bei Otto, dem Digitalunternehmer Christian Baudis, und Reinhard Karger, Sprecher des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), bezeichnen sie im Abschlussbesicht der Messe als Highlights.

Spürbarer Trend auf dem Branchentreffen war die zunehmende Vernetzung von Learning mit Performance- und Talent-Management. Unter den Ausstellern auf der Messe waren unter anderem die Talent-Management-Größen Cornerstone und Saba. Für Maßnahmen zur Mitarbeiterbefähigung wollen sie verstärkt auf digitale Instrumente setzen.

Branchenpreis Delina an innovative Projekte verliehen

Vier Projekte konnten beim Innovationswettbewerb auf dem Branchentreffen zudem eine Auszeichnung einheimsen. In vier Kategorien kürte eine 21-köpfige Expertenjury die Gewinner des Innovationspreis Delina.

Kategorie Aus- und Weiterbildung: DB Netz schult Mitarbeiter in virtuellen Anlagen

Die Delina in der Kategorie Aus- und Weiterbildung gewinnt das Münchner Startup Viscopic. Zusammen mit DB Netz hat das Unternehmen eine Augmented-Reality-Umgebung entwickelt. Diese kann Infrastruktur von DB Netz virtuell abbilden und Mitarbeiter und Nachwuchskräfte der Bahn im Theorieunterricht in die Anlagen der DB Netz versetzen. So soll etwa das Verhalten bei Störungen besser erlernt werden und sich Praxis und Theorie in der Weiterbildung stärker vernetzen.

Kategorie Frühkindliche Bildung und Schule: Gamifizierter Informatik-Unterricht

Für den Informatik-Unterricht in den Klassen 5 bis 10 hat ein Projektteam der Universität Osnabrück eine Lösung entwickelt, die ein Planspiel umfasst, das theoretische Kenntnisse, praktische Fertigkeiten und Grundlagen unternehmerischen Denkens fördern soll. Ein Intelligent Tutoring System analysiert den Lernstand einzelner Schüler und gibt individuelle Rückmeldung.

Kategorie Hochschule: Chatbot assistiert beim Mathelernen

Ein Projekt an der Hochschule Ruhr West entwickelt einen persönlichen Chat-Roboter für Studierende, der sie bei der Nachbereitung der Mathe-Vorlesung unterstützen soll. Er fragt beim Lernenden Inhalte der Vorlesung ab und stellt Aufgaben, die zur kontinuierlichen Arbeit motivieren sollen.

Kategorie Gesellschaft und lebenslanges Lernen: Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten schulen

Das digitale Nachhaltigkeitstraining Sustify soll Sozial- und Umweltstandards in Fabriken in Entwicklungs- und Schwellenländern schulen. Unternehmen sollen damit Compliance-Vorschriften über globale Lieferketten verlässlicher einhalten können. Die digitalen Trainings ermöglichen, Fortschritte zu messen und zu dokumentieren. Kurse gibt es unter anderem bereits in Hindi, Mandarin und Urdu.