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Verbesserungen für Schüler und Studenten

Künftig haben Schüler und Studierende, die BAföG beziehen, mehr Geld in der Tasche.
Foto: © dessauer/Fotolia.de
Künftig haben Schüler und Studierende, die BAföG beziehen, mehr Geld in der Tasche.
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Laut Bundesbildungsministerin Johanna Wanka soll das neue BAföG für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen und mehr Bildungschancen eröffnen. Mit Inkrafttreten des Reformpakets des 25. BAföG-Änderungsgesetzes zum 1. August wurden die Bedarfssätze für Schüler und Studenten um sieben Prozent erhöht. Schüler können dann bis zu 590 Euro monatlich erhalten; bislang waren es maximal 538 Euro. Studierende, die bei ihren Eltern wohnen, bekommen nun bis zu 537 Euro statt vorher höchstens 495 Euro. Für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, steigt der Höchstsatz auf monatlich 735 Euro – vorher waren es bis zu 670 Euro.

Förderleistungen und mehrere Freibeträge angehoben

Die Einkommensfreibeträge für die Eltern der Schüler und Studierenden wurden ebenfalls um sieben Prozent heraufgesetzt. So stieg der Freibetrag von miteinander verheirateten Eltern von 1605 auf 1715 Euro. Die Freibeträge für nicht verheiratete Eltern wurden ebenfalls angehoben. BAföG-Empfänger können jetzt außerdem dauerhaft einem Minijob bis zur vollen Höhe von 450 Euro im Monat nachgehen, ohne dass das Einkommen auf die BAföG-Leistungen angerechnet wird; bislang waren 400 Euro frei. Darüber hinaus wurde der Freibetrag für eigenes Vermögen von 5200 Euro auf 7500 Euro erhöht. Zu den Neuerungen gehört auch, dass der Kinderbetreuungszuschlag auf einheitlich 130 Euro pro Kind angehoben wurde. Bisher gab es 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind.

2017 höchste Zahl von BAföG-Empfängern seit mehr als 30 Jahren

Mit der BAföG-Reformierung wird sich der Kreis der BAföG-Empfänger im Jahresdurchschnitt um rund 110 000 vergrößern, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung bekanntgab. Prognosen zufolge werde damit die Zahl der Geförderten im kommenden Jahr auf den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren anwachsen.

Förderungslücken vor Masterstudiengang geschlossen

Daneben beinhaltet das Reformpaket weitere Änderungen: Beim Übergang zwischen einem Bachelor- und einem anschließenden Masterstudiengang werden Förderungslücken geschlossen. Nun gilt grundsätzlich die Bekanntgabe des Abschlussergebnisses als Ausbildungsende, nicht bereits die letzte Prüfungsleistung. Damit wird die Förderung um maximal zwei Monate verlängert und die bisherige Förderlücke geschlossen. Alle BAföG-Anträge sollen jetzt auch online gestellt werden können.

Flüchtlinge können jetzt nach 15 Monaten Aufenthalt BAföG beantragen

Andere Reformteile des 25. BAföG-Änderungsgesetzes sind schon seit einiger Zeit in Kraft. Eine verbesserte Abschlagsregelung während der Bearbeitung eines Erstantrages sowie eine vorzeitige Förderungsmöglichkeit bei nur vorläufiger Einschreibung in ein Masterstudium gibt es bereits seit dem 1. August 2015. Für geflüchtete Studierende mit Aufenthaltstiteln aus humanitären oder familiären Gründen oder einer Duldung in Deutschland wurde die für die Förderung festgelegte Aufenthaltsdauer von vier Jahren auf 15 Monate verkürzt.

Bund übernimmt alle Finanzierungskosten

Die aktuelle BAföG-Reform kostet 825 Millionen Euro. Während über längere Zeit der Bund 65 Prozent und die Länder 35 Prozent der Kosten übernommen hatten, übernahm der Bund Anfang 2015 die volle Finanzierung. Dadurch werden die Länder jährlich um rund 1,2 Milliarden Euro entlastet. Das BAföG, das 1971 eingeführt wurde, wird jeweils hälftig als Zuschuss und als zinsloses Darlehen gewährt, wobei maximal eine Rückzahlung von 10 000 Euro anfällt.

Mehr Informationen über das BAföG gibt es > hier.