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Was Azubis wollen

Azubi-Bewerber möchten, dass nicht nur ihre Schulnoten eine Rolle spielen, sondern auch ihre Persönlichkeit.
Foto: © Alexander Raths/Fotolia.de
Azubi-Bewerber möchten, dass nicht nur ihre Schulnoten eine Rolle spielen, sondern auch ihre Persönlichkeit.
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An erster Stelle der drei wichtigsten Dinge, die (angehenden) Azubis im Rahmen ihrer beruflichen Karriere besonders wichtig sind, steht, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Fast zwei Drittel (64,9 Prozent) der Befragten gaben dies in einer aktuellen Studie an. Auf dem zweiten Platz folgt mit 60,2 Prozent der Nennungen die Ausgewogenheit zwischen Beruf und Freizeit, gefolgt vom Wunsch, immer mehr zu lernen mit 52,9 Prozent. Die wichtigsten Gründe für die Wahl des Ausbildungsbetriebs sind die Nähe zum Wohnort (40,4 Prozent) und Jobsicherheit (33,4 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie “Azubi-Recruiting Trends 2016”. Für die Studie hat U-Form Testsysteme zwischen Dezember 2015 und März dieses Jahres 3.343 Azubi-Bewerber und Auszubildende sowie 1.295 Ausbildungsverantwortliche befragt. Wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Christoph Beck, Hochschule Koblenz.

Der Rat von Familie und Freunden ist am wichtigsten

Für die künftigen Azubis ist der persönliche Rat, etwa von Freunden und Eltern, die wichtigste Informationsquelle bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle: 46,8 Prozent nutzen persönliche Empfehlungen häufig oder sehr häufig. Auf Anzeigen in Online-Jobbörsen mit Azubi-Fokus setzen 34,5 Prozent. Arbeitgeberbewertungsplattformen wie kununu ziehen nur 14,2 Prozent der Befragten zurate.

Persönlichkeitstests statt Schulnoten

Im Auswahlverfahren fänden es 88,6 Prozent der Azubi-Bewerber gut, wenn die Ausbildungsbetriebe neben Leistungs- auch Persönlichkeitsaspekte testen würden. 59,5 Prozent wären für ein Testverfahren in der Erstauswahl offen, das die Auswahl auf der Grundlage von Schulnoten ersetzt. Und von den befragten Ausbildungsverantwortlichen machten 47,6 Prozent regelmäßig die Erfahrung, dass die Schulnoten schlechter sind als die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Bewerber.

Duale Ausbildung – geschätzt, aber nicht ganz up to date

Von den Azubis stimmt die große Mehrheit (87,7 Prozent) der Aussage “eine Ausbildung ist etwas Solides und studieren kann ich immer noch” zu. Auch aus Sicht der meisten Ausbildungsverantwortlichen hat die duale Ausbildung im Betrieb einen recht guten Stand. In 64,1 Prozent der Betriebe misst die Geschäftsleitung der Ausbildung eine hohe oder sehr hohe Bedeutung bei. Defizite gibt es beim Thema Digitalisierung und Industrie 4.0: In nur 16,5 Prozent der befragten Ausbildungsbetriebe sind die Ausbilder speziell für die mit diesen Veränderungsprozessen verbundenen Inhalte geschult.

Mehrheit sieht Flüchtlinge nicht als Konkurrenten

Die Studie fragte auch danach, ob die (angehenden) Azubis Flüchtlinge als mögliche Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt ansehen. 75,1 Prozent antworteten mit Nein, ein Viertel (24,9 Prozent) mit Ja. Von den befragten Ausbildungsbetrieben machen 16,4 Prozent Ausbildungsangebote für Flüchtlinge. 90,5 Prozent der Unternehmen Betriebe sehen fehlende Sprachkenntnisse als das größte Integrationshemmnis.

Weitere Informationen über die Studie können > hier angefordert werden.