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Weniger Turbo-Abiturienten gehen direkt an die Uni

Zu diesem Ergebnis kommen Bildungsforscher in einer
aktuellen Studie, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) kürzlich
veröffentlicht hat. Untersucht wurde, ob und welche möglichen Auswirkungen die Verkürzung
der Schulzeit bis zum Abitur um ein Jahr (G8) auf die nachschulischen
Bildungsentscheidungen männlicher und weiblicher Abiturienten in Deutschland
hat. Die Studie basiert auf Daten des DZHW-Studienberechtigtenpanels für die
Abiturjahrgänge 2006 bis 2012.

Studienaufnahme unmittelbar nach Abitur geht um 15 Prozent zurück

Der Untersuchung zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, direkt im Anschluss an das Turbo-Abitur ein Studium aufzunehmen, infolge der Schulzeitverkürzung um rund 15 Prozent zurückgegangen. Dieser Effekt sei in allen untersuchten Bundesländern zu finden und betreffe nicht nur den ersten von der Reform betroffenen Jahrgang, sondern auch die nachfolgenden Jahrgänge. Dabei zeige sich jedoch ein Unterschied zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Bundesländern hinsichtlich der Gründe für die reduzierte bzw. verzögerte Studienaufnahme: Während westdeutsche Abiturientinnen häufiger ein Freiwilliges Jahr absolvierten oder ein Jahr im Ausland verbrächten, um im Anschluss ein Hochschulstudium zu beginnen, nähmen die Abiturientinnen in Ostdeutschland deutlich häufiger eine Berufsausbildung anstelle eines Studiums auf.

Dadurch ist den Forschern zufolge die Studierneigung im zweiten Jahr nach dem Abitur in Westdeutschland nicht mehr geringer als vor der Schulreform, während sie in Ostdeutschland auch über das erste Jahr hinaus reduziert bleibt. Bei Abiturientinnen und Abiturienten aus nicht-akademischem Elternhaus sowie bei männlichen Abiturienten sei die Studierneigung im zweiten Jahr nach dem Schulabschluss jedoch auch in Westdeutschland verringert.

Lernstress und Unsicherheit mögliche Gründe

Die Autoren der Studie haben hierfür verschiedene Erklärungsansätze. Möglicherweise fühlten sich Abiturienten nach der kürzeren, lernintensiveren Schulzeit von 12 Jahren schlechter auf ein Studium vorbereitet, seien sich unsicherer über ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg oder wollten vor der Aufnahme einer nachschulischen Bildung erst einmal andere Erfahrungen sammeln.

Die englischsprachigen Studie (IZA Discussion Paper No. 9507) steht im Internet als › Download zur Verfügung

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