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Zahl der Ausbildungsverträge geht zurück

Dieses Jahr wurden 522.200 Ausbildungsverträge geschlossen, das sind 1,4 Prozent weniger als 2013. Die Hauptursache dafür ist der starke Rückgang der nichtstudienberechtigten Abgänger und Absolventen aus allgemeinbildenden Schulen, die drei Viertel aller Auszubildenden stellen. Ihre Zahl sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 714.800 im Jahr 2004 auf 551.300 im Jahr 2014. In den kommenden zehn Jahren wird die Zahl der Schulabgänger mit maximal mittlerem Schulabschluss um weitere 101.700 auf dann nur noch 449.600 zurückgehen.

Weniger potenzielle Azubis aufgrund der demografischen Entwicklung

Diese Entwicklung lässt sich nur zum Teil auf den Trend zur schulischen Höherqualifizierung zurückführen. Entscheidend ist die sinkende Zahl von Jugendlichen als Folge der demografischen Entwicklung. Daher finden Unternehmen für ihre zunehmenden Ausbildungsplatzangebote keine Auszubildenden mehr. 2014 blieben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 37.100 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotz der größer werdenden Probleme von Betrieben, neue Auszubildende zu finden, gab es Ende September rund 81.200 registrierte Bewerber, die weiterhin auf Ausbildungsplatzsuche waren – 2.400 weniger als letztes Jahr. Darunter sind 20.900 unversorgte Bewerber ohne Alternative und 60.300 mit einer Überbrückungs- oder Ausbildungsalternative, zum Beispiel erneuter Schulbesuch, Praktikum, berufsvorbereitende Maßnahme, Jobben oder Hochschulbesuch. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Die Ergebnisse basieren auf der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September sowie der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Branchen- und berufsspezifische Passungsprobleme

Die Ausbildungsplatzangebote der Unternehmen und die Berufswünsche der Jugendlichen stimmen zunehmend nicht mehr überein. So haben viele Betriebe Probleme, Auszubildende für Berufe wie Restaurantfachmann/-frau, Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk, Klempner/-in, Fleischer/-in, Bäcker/-in oder Koch/Köchin zu gewinnen. Dagegen streben die jungen Leute vor allem in Berufe wie Gestalter/-in für visuelles Marketing, Mediengestalter/-in Digital und Print, Sport- und Fitnesskaufmann/-frau, Veranstaltungskaufmann/-frau oder Kaufmann/-frau für Büromanagement. Diese Ausbildungsstellen sind stark überlaufen, so dass viele Jugendliche in diesen Berufen vergeblich suchen. Den Berufen mit freien Ausbildungsplätzen wenden sie sich jedoch nicht zu.

Regionale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage

Dass manche Bewerber keine Azubi-Stelle finden, liegt jedoch auch daran, dass das Lehrstellenangebot in einigen Regionen wesentlich niedriger ist als in anderen. In vielen Arbeitsagenturbezirken in Bayern, Brandenburg und Thüringen, aber auch in einigen Regionen in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt kommen deutlich mehr als hundert Ausbildungsangebote auf hundert Ausbildungsplatznachfrager. In anderen Regionen – etwa in Recklinghausen, Oberhausen, Hameln oder Gelsenkirchen – sind es dagegen nicht einmal 80 Ausbildungsplatzangebote.

Im Internet stehen weitere Informationen zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes 2014 sowie Statistiken und Tabellen zur Verfügung.