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Zufrieden trotz Überstunden

Durch ein Praktikum oder Internship  versprechen sich junge Menschen mehr Berufserfahrung und mehr Chancen.
Foto: © Melpomene/Fotolia.de
Durch ein Praktikum oder Internship versprechen sich junge Menschen mehr Berufserfahrung und mehr Chancen.
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Insgesamt dauert ein Praktikum in Deutschland im Schnitt 5,2 Monate. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Praktikanten beträgt 39,2 Stunden. Mit 43 Stunden kommen Mitarbeiter in Unternehmensberatungen auf die meisten Stunden, dicht gefolgt von Praktikanten in Bildungseinrichtungen (42,9 Stunden) und in der Tourismus-Branche (40,8 Stunden). Am wenigsten arbeiten mit 33,4 Wochenstunden Praktikanten im Telekommunikations- und IT-Umfeld.

Vier von zehn Praktikanten machen Überstunden

88 Prozent der Praktikanten hierzulande sind zufrieden mit ihrem Arbeitsverhältnis. Zwar machen 41 Prozent von ihnen regelmäßig Überstunden, vergeben der Work Life Balance im Rahmen ihrer Tätigkeit aber trotzdem die Schulnote 2. Das geht aus dem “Clevis Praktikantenspiegel 2017” hervor, für den 5500 Teilnehmer befragt wurden. Initiator der Studie ist > Clevis Consult, Kooperationspartner ist das Karriere-Netzwerk Absolventa. Wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung vom Lehrstuhl für Marketing an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg.

Sammeln von Berufserfahrung wichtiger als Gehalt

97 Prozent der Praktikanten bekommen im Rahmen ihres Jobs ein Gehalt; die Zeiten von unbezahlten Praktika gehören der Vergangenheit an. Die Vergütung spielt für die Praktikanten aber nur eine untergeordnete Rolle. Die hauptsächlichen Motivationsgründe für ein zeitlich begrenztes Praktikum sind aus ihrer Sicht der Lerneffekt durch die praktische Berufserfahrung und die Aufwertung des eigenen Lebenslaufs.

Gender Pay Gap auch im Praktikum

Das durchschnittliche Gehalt für Praktikanten liegt bei 1032,52 Euro, das sind 82 Euro mehr als im Vorjahr – eine Nachwirkung der Einführung des Mindestlohns auch für Praktikanten. Allerdings werden Männer und Frauen – ähnlich wie in vielen anderen Beschäftigungsverhältnissen – unterschiedlich bezahlt: Während Männer für ein Pflichtpraktikum 916,23 Euro monatlich erhalten, sind es bei den Frauen nur 896,15 Euro. Bei freiwilligen Praktika liegt das Verhältnis bei 1292,48 Euro für Praktikanten und 1242,57 Euro für Praktikantinnen.

Die meisten Arbeitgeber halten nach dem Praktikum den Kontakt

Arbeitgeber versuchen, Praktikanten bereits in dieser frühen Berufsphase für sich zu begeistern. 83 Prozent sorgen aktiv dafür, dass Praktikanten ein berufliches Netzwerk mit anderen Mitarbeitern aufbauen können. Rund zwei Drittel (67 Prozent) der Arbeitgeber räumen den Praktikanten die Möglichkeit ein, an Firmen-Events teilzunehmen. Zwei Drittel geben in jedem Fall ein differenziertes Abschluss-Feedback nach Beendigung der Zusammenarbeit. Auch danach bemühen sich 84 Prozent der Arbeitgeber, mit den Praktikanten in Kontakt zu bleiben.

Das Ausland lockt eher für einen Studienaufenthalt

Die Studie untersuchte auch die Mobilität von Praktikanten. Danach ist jeder Zweite (51 Prozent) bereit, für ein Praktikum den Wohnort zu wechseln; für jeden Dritten käme auch ein Job in Frage, der mehr als 200 Kilometer von zu Hause entfernt ist. Die restlichen 49 Prozent arbeiten nur in unmittelbarer Nähe ihres Heimatortes. Das Bedürfnis, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, ist noch weniger ausgeprägt: Während 48 Prozent der befragten Praktikanten im Rahmen ihres Studiums einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt durchlaufen haben, gingen nur zwölf Prozent von ihnen für ein Praktikum ins Ausland. Und wenn das Ausland lockt, so sind die USA und Großbritannien für die Deutschen aufgrund der Sprache die attraktivsten Zielländer. Ausländische Praktikanten, die in Deutschland arbeiten, kommen vor allem aus Indien, Frankreich und Österreich.

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