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Arbeitgeber-Bewertungsportale: Wie relevant sind sie für Recruiter?

ein Mann im blauen Hemd kreuzt auf einer Smiley-Bewertungsskala den lächelnden Smiley an
Drei Viertel der Recruiting-Verantwortlichen halten Arbeitgeber-Bewertungsportale für wichtig. Manche nehmen die Bewertungen und Kommentare jedoch nur zur Kenntnis.
Foto: © Worawut/Fotolia.de

Arbeitgeberbewertungsportale wie zum Beispiel Kununu oder Glassdoor haben sich schon seit einiger Zeit etabliert und werden rege genutzt. Laut einer Studie geht die große Mehrheit der Personaler davon aus, dass positive oder negative Bewertungen von Mitarbeitern die Jobentscheidung von Bewerbern beeinflussen. Wirklich strategisch genutzt werden die Plattformen jedoch kaum.

Fast jedes vierte Unternehmen (22,7 Prozent) hält Plattformen zur Arbeitgeberbewertung allgemein für sehr wichtig und 53,7 Prozent denken, sie seien immerhin eher wichtig. Ein knappes Viertel schätzt sie als weniger wichtig ein. Als vollkommen unwichtig werden die Portale von keinem Arbeitgeber gesehen. Auf die Frage, wie sie die Relevanz von Arbeitgeber-Bewertungsportalen für das Recruiting ihres eigenen Unternehmens einschätzen, ergeben sich etwas andere Antworten: Nur 12,4 Prozent beurteilen die Plattformen als sehr wichtig und lediglich 41 Prozent als eher wichtig. 25,7 Prozent denken, sie seien weniger wichtig und 3,8 Prozent halten sie für unwichtig fürs eigene Recruiting. 17,1 Prozent machten keine Angabe. Das sind Ergebnisse einer Studie von Index Research, für die im Frühjahr 111 Recruiting-Verantwortliche in Deutschland befragt wurden, die in den vorangegangenen sechs Monaten mindestens fünf Stellenangebote ausgeschrieben hatten.

Nur rund jeder dritte Recruiter hält Mitarbeiter- und Bewerberkommentare für glaubwürdig

Fast neun von zehn Recruitern (87,8 Prozent) glauben, dass positive und negative Bewertungen und Kommentare von (ehemaligen) Mitarbeitern potenzielle Bewerber beeinflussen. Dabei hält nur rund ein Drittel (35,5 Prozent) der befragten Unternehmen das Feedback für sehr glaubwürdig. 60,8 Prozent finden die Kommentare weniger glaubwürdig und 3,7 Prozent streiten deren Glaubwürdigkeit völlig ab. Dennoch oder deswegen antworten 44 Prozent möglichst schnell darauf. 61,7 Prozent der Personaler bringen die Bewertungen intern zur Sprache und arbeiten an den kritisierten Aspekten. 25,9 Prozent nehmen die Kommentare einfach nur zur Kenntnis und unternehmen nichts.

Jeder Zweite nutzt Bewertungsportale zur Gestaltung des Arbeitgeberprofils

Was die konkrete Nutzung betrifft, so gaben drei Viertel der HR-Verantwortlichen (73,7 Prozent) an, die Bewertungsportale einzusetzen, indem sie die Kommentare überprüfen. Mehr als jeder Zweite (57,9 Prozent) nutzt die Plattformen zur aktiven Gestaltung des Arbeitgeberprofils und zur Imageaufbesserung, ein Viertel (25 Prozent) zur aktiven Kommunikation mit Bewerbern und (Ex-)Mitarbeitern.

Als aktives Recruiting-Tool spielen die Plattformen kaum eine Rolle

88 Prozent der befragten Personaler sehen die Bewertungsplattformen als Teil des Employer Brandings und Instrument des Personalmarketings, das zur Bildung der Arbeitgebermarke beiträgt. Als aktives Recruiting-Tool spielen die Plattformen aber derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Nur 12, 1 Prozent der Unternehmen sagten, das sei bei ihnen der Fall. Weitere 7,2 Prozent bejahten dies ebenfalls, räumten aber ein, die Erfolgsquote sei bisher nicht zufriedenstellend. Knappein Viertel der Arbeitgeber (22,9 Prozent) gab an, die Bewertungsportale zukünftig aktiv in die Personalgewinnung einbinden zu wollen.

Die Ergebnisse des Studienreports können > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.