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Wunscharbeitgeber-Rankings – nur heiße Luft?

Regieklappe mit Aufschrift
Kleine und mittlere Unternehmen sollten nicht verzagen, wenn sie in Arbeitgeber-Rankings nicht vorkommen, sondern an ihrer Attraktivität feilen.
Foto: © tumsasedgars/StockAdobe

Auf die Frage, wo sie am liebsten arbeiten würden, antworteten 70,2 Prozent der Befragten, dass sie keinen Wunscharbeitgeber haben. Die restlichen übrigen 29,8 Prozent nannten in einem Freitextfeld so viele unterschiedliche Unternehmen, dass keines von ihnen über einen Anteil von etwas mehr als einem Prozent hinauskam. Davon waren die drei am häufigsten genannten Arbeitgeber Google, BMW und der Öffentliche Dienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag von > Employer Telling. Daran nahmen 1052 Menschen mit akademischem Hintergrund teil, die sich in den vergangenen zwei Jahren beworben hatten.

Ranglisten attraktiver Arbeitgeber sind eher Marken-Rankings

Zumeist, so die Studienautoren, würden den Teilnehmern von Arbeitgeber-Rankings – ob Studenten, Absolventen oder akademische Berufsanfänger – Listen mit mehr als 100 Unternehmen vorgelegt, deren Attraktivität als Arbeitgeber sie bewerten sollen. Die Gewinner dieser Rankings gälten dann als Wunscharbeitgeber und könnten damit auf Karriere-Portalen für sich werben. Die aktuellen Studienergebnisse legten allerdings den Verdacht nahe, dass die Befragten solcher Rankings eher die Bekanntheit von Unternehmens-, Produkt- oder Dienstleistungsmarken bewerten als die Qualität der Arbeitgeberleistungen. Folglich seien Wunscharbeitgeber eher erfundene Wesen.

Fazit: Auch der Mittelstand kann mit gutem Employer Branding punkten

Listen mit Wunscharbeitgebern scheinen damit nach Ansicht der Autoren hinfällig geworden zu sein. Das sei jedoch letztlich eine gute Nachricht, vor allem für mittelständische Betriebe: Jedes Unternehmen habe die Chance, gute Mitarbeiter zu finden, da Bewerber selten auf einen bestimmten Arbeitgeber fixiert seien. Daher lohne es sich für die Firmen, die eigene Arbeitgeberattraktivität zu verbessern und eine gut kommunizierbare Employer Brand aufzusetzen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.