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Online-Jobbörsen bevorzugte Wahl von Arbeitgebern beim Ausschreiben von Jobs

Online-Jobbörse.
Die deutliche Mehrzahl der Stellenangebote in Deutschland wird derzeit in Online-Jobbörsen geschaltet. Foto: Max40547-stock.adobe.com

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) e.V. hat seinen neuen Job-Navigator veröffentlicht. Er wertet monatlich die Stellenangebote aus 196 Printmedien, 189 Online-Jobbörsen, mehr als 30.000 Firmenwebsites und der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus. Aus der Analyse geht hervor, dass einige Medien durchaus noch mehr Potenzial bei der Kandidatensuche hätten.

Für den aktuellen Job-Navigator vom August dieses Jahres wurden insgesamt 1.566.504 Stellenanzeigen – darunter auch mehrere Inserate für eine Vakanz – von über 186.005 Unternehmen analysiert. Mit 98 Prozent der geschalteten Jobangebote fiel der Löwenanteil auf Online-Plattformen.

Mehr als jedes zweite Stelleninserat erscheint in Online-Börsen

Unter den Online geschalteten Stellenanzeigen dominieren die Jobbörsen. Mehr als die Hälfte aller Angebote wurde auf klassischen oder spezialisierten Online-Jobportalen veröffentlicht. Überdurchschnittlich häufig mit rund zwei Dritteln der Vakanzen richteten sich die Offerten an Marketing-Fachkräfte (65,6 Prozent), Aspiranten für Unternehmensführung- und Management (64,5 Prozent) sowie an Jobsuchende in beratenden Berufen (63,2 Prozent). Obwohl Online-Anzeigen den Vorteil der Überregionalität haben, zeigen sich Unterschiede je nach Stadt und Bundesland: Von den Arbeitgebern in Ostdeutschland veröffentlichten die Unternehmen nur etwa jedes zweite Jobangebot in Online-Stellenportalen. Besonders häufig hingegen setzten Arbeitgeber in Hamburg (66,2 Prozent), Berlin (62,8 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (57,1 Prozent) auf dieses Medium. Ein Vorteil von Jobportalen ist die unschlagbar große Reichweite, aber die Unternehmen müssten auch mit mehr konkurrierenden anderen Arbeitgebern rechnen, so der Verband.

Jobbörse der BA spricht vor allem Handwerker und Techniker an

Fachkräfte aus den Bereichen Bauwesen und Handwerk finden das größte Stellenangebot bei der Jobbörse der BA. Knapp 40 Prozent aller Angebote für entsprechende Jobs wurden dort veröffentlicht. Außerdem wird dort rund jedes dritte Inserat (34,5 Prozent) für technische Fachkräfte geschaltet. Ähnliches gilt für den Bereich Transport, Verkehr, Logistik und Lager mit 31,9 Prozent aller Stellenanzeigen. Jobs für Marketing-, IT- oder Consulting sind im BA-Portal dagegen kaum vertreten. Der Ländervergleich zeigt, dass Arbeitgeber der östlichen Bundesländer Thüringen (33,8 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (32,8 Prozent) ihre Jobinserate am häufigsten auf diesem Portal veröffentlichen.

Rund jeder siebte Arbeitgeber setzt auf die Karrierewebsite

Die eigene Karriereseite folgt auf Platz drei, was die Häufigkeit der platzierten Stellenangebote betrifft: Ihr Anteil am gesamten Jobmarkt liegt in Deutschland bei 14 Prozent, wobei Unternehmen darüber hauptsächlich Fachkräfte für digitale und beratende Tätigkeiten suchen.

Hier ist noch deutliches Potenzial nach oben, denn neben einer Stellenanzeige in Printmedien oder auf Online-Plattformen bietet die eigene Karriere-Website viele Vorteile. Neben den Informationen zu der offenen Stelle kann der Arbeitgeber Einblicke in die Unternehmenskultur geben,

sagt Florian Swyter, BAP-Hauptgeschäftsführer.

Berufliche Netzwerke noch wenig genutzt

Wesentlich geringer ist das Stellenangebot auf den Business-Netzwerken Xing und Linkedin; nicht mehr als drei Prozent aller Jobinserate wurden letzten Monat dort geschaltet. Dennoch ist hier ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar, denn gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der dort ausgeschriebenen Stellen um 30 Prozent gestiegen. Am größten fiel das Angebot für Fachkräfte aus Consulting (zehn Prozent), IT und Marketing (je 8,1 Prozent) aus

In Printmedien nur noch etwa zwei Prozent der Stellenangebote

Auf der letzten Position der Formate für Stellenanzeigen befinden sich – mit nur knapp zwei Prozent Anteil an allen Inseraten – die Printmedien. Noch am häufigsten mit 3,2 Prozent richten sich die in renommierten Tageszeitungen veröffentlichten Angebote an Vorstände und Geschäftsführer. Bei 2,2 Prozent auch etwas über dem Schnitt rangieren Stellenanzeigen für Fachkräfte mit Berufsausbildung. In Süddeutschland greifen Unternehmen öfter auf Jobinserate in Printmedien zurück als anderswo, dabei liegt der Fokus mit vier Prozent insbesondere auf Stellen im Bereich Wissenschaft, Aus- und Weiterbildung, gefolgt von Stellen für Fachkräfte in der Verwaltung ( 3,1 Prozent) und für medizinisches Personal, insbesondere Ärzte (2,9 Prozent). Der Vorteil von Lokalzeitungen sei die Regionalität, so der BAP, wodurch Unternehmen potenzielle Bewerber direkt vor Ort ansprechen können. Auch könnten damit jene Fachkräfte erreicht werden, die weniger internetaffin sind.

Die Ergebnisse sprechen insgesamt dafür, dass Unternehmen das Medium oder die Medien für Stellenangebote je nach Branche, Berufsprofil, Hierarchiestufe und Region genau abwägen sollten, um ihre Chancen zu vergrößern, die geeignetsten Kandidaten für sich zu gewinnen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.