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Ein wichtiger Attraktivitätsfaktor: Benefits

Besonders bei Bewerbern sind Informationen über Zusatzleistungen wichtige Faktoren der Arbeitgeberattraktivität. Bild: pathdoc/Fotolia.de
Besonders bei Bewerbern sind Informationen über Zusatzleistungen wichtige Faktoren der Arbeitgeberattraktivität. Bild: pathdoc/Fotolia.de

Bei der Studie der Hochschule Koblenz zusammen mit der Königsteiner Agentur wurden Institutionen des öffentlichen Dienstes auch mit Blick auf die angebotenen Benefits hin analysiert. Die Ergebnisse  auf den Bewertungsplattformen Kununu und Glassdoor zeigen, dass die Privatwirtschaft hier auch aus systemischen Gründen stärker punkten kann.

Folgt man einer Studie von Kienbaum & Capital (2017), so messen mehr als 80 Prozent der Unternehmen den Benefits beim Thema Arbeitgeberattraktivität eine hohe Bedeutung zu. Fast 90 Prozent der Unternehmen gaben sogar an, dass der Stellenwert von Zusatzleistungen in den kommenden Jahren noch steigen wird. Auch wenn die Arbeitgeberbewertungsplattformen nur einen Teil der ganzheitlichen Arbeitgeberattraktivität – mit einem Fokus ausschließlich auf die Benefits – abbilden, so sind diese Einschätzungen für einen potenziellen Bewerber zunächst die offensichtlichen Attraktivitäts-Attribute.

Auf den Bewertungsplattformen können Arbeitgeber aus einem Set von 19 Benefits die auf Mitarbeiter zutreffenden angeben. Für Auszubildende können bis zu 17 verschiedene Benefits angegeben werden. Während die Institutionen des öffentlichen Dienstes im Durchschnitt für Mitarbeiter 14 (bei Kununu) und für Auszubildende 9 Benefits anbieten, erreichen die DAX/MDAX-Unternehmen die Durchschnittswerte von 18 möglichen Zusatzleistungen bei den Mitarbeitern und 13 bei den Auszubildenden. Ein Gap, der sich nicht so leicht kompensieren lässt.

Abbildung Angaben zu Benefits im Rahmen von Arbeitgeberbewertungen
Im öffentlichen Dienst werden deutlich weniger Benefits bei der Arbeitgeberdarstellung angegeben. Dies kann aber auch systemisch bedingt sein, weil manche Zusatzleistungen nicht ermöglicht werden können. Quelle: Hochschule Koblenz.

Betrachtet man die Mitarbeiter-Zusatzleistungen in den unterschiedlichen Clustern des öffentlichen Dienstes, so erreichen die Cluster “Krankenhäuser” und “Gesundheit & Soziales” im Schnitt 16 von 19 Benefits. Die geringste Anzahl weisen die Cluster “Landesbehörden” und “Körperschaft öffentlichen Rechts/Anstalt des öffentlichen Rechts” mit jeweils 11 von 19 ausgewiesenen Benefits auf.

Diese rein quantitative Betrachtung ist jedoch mit Vorsicht zu genießen und erfordert auch von den Rezipienten einen (hoffentlich) sehr differenzierten Umgang mit diesen Informationen. Immerhin kann daraus nicht geschlossen werden, dass die Unternehmen oder Institutionen keine weiteren Benefits anbieten und wer welche Leistungen auch tatsächlich erhält. Um dies empirisch zu validieren, wurde für jede Institution des öffentlichen Dienstes und jedes DAX/MDAX-Unternehmen eine Zusatzuntersuchung aus Bewerbersicht durchgeführt, indem die jeweilige Website 20 Minuten lang nach Benefits durchsucht wurde. Das Ergebnis: Weniger als 20 Prozent der auf Kununu angebotenen Zusatzleistungen werden auf den Homepages kommuniziert.

Vergleicht man die auf den Websites dargestellten Benefits des öffentlichen Dienstes mit denen der DAX/MDAX-Unternehmen, so zeigt sich, dass dieser insbesondere Nachteile bei den materiellen Benefits hat. Ein Concierge-Dienst, kostenloses Mittagessen, Stipendien für Kinder oder Aktienbeteiligungen sind im öffentlichen Dienst systembedingt nicht möglich (was dem Steuerzahler auch schwer zu vermitteln wäre). Auf der anderen Seite muss erwähnt werden, dass nicht alle Zusatzleistungen der Unternehmen der Privatwirtschaft jeden Mitarbeiter in gleichem Maße treffen. Dies fängt beim Dienstwagen an und hört bei Jahressonderzahlungen auf.

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