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Arbeitskräftemangel: Tipps für Kneipen, Hotels und Veranstalter

Auch ein knappes halbes Jahr nach dem Ende der Corona-Einschränkungen fallen Konzerte aus, bleiben Restaurantküchen kalt und Hotelzimmer leer. Nicht, weil irgendwelche Verordnungen den Betrieb verbieten, sondern, weil schlicht die Leute fehlen. Die Hotel-, Gastro- und Eventbranche ist besonders vom Personalmangel betroffen, wobei der zwar auch, aber nicht nur eine Corona-Spätfolge ist. „Die Pandemie hat explizit herausgehoben, wo strukturelle Probleme liegen“, sagt Ingo Bauer, Leiter des Bereichs Transport, Logistik und Tourismus bei PwC.

Tourismus, Hotelgewerbe und Gastronomie waren schon immer anstrengend; von engen Dienstplänen und einem relativ niedrigen Lohnniveau geprägt. Und, wie die Pandemie deutlich machte: von wenig Arbeitsplatzsicherheit. „Die Branche lebt vor allem von Umsatzspitzen, etwa zu Messezeiten“, sagt Bauer. Und die fielen in den vergangenen Jahren eben weitgehend aus. „Und wenn man an zukünftige mögliche Corona-Einschränkungen denkt, dann stellt sich die Frage nach der Arbeitsplatzsicherheit wieder.“

Während die Arbeitgeber der Branche an dieser Stelle wenig tun können, nennt Bauer allerdings mehrere Hebel, um ein attraktiver Arbeitgeber zu werden:

  1. Weiterbildung: „Die Entwicklungsperspektive wird für die Beschäftigten auch in der Gastronomie immer wichtiger“, sagt Bauer. Dazu zählt er etwa Zusatzausbildungen zum Barmixer oder Diätkoch.
  2. Eintrittsbarrieren: Die Gastronomie- und die Eventbranche ziehen seit jeher viele ungelernte Kräfte an – und das sollte aus Bauers Sicht auch so bleiben. „Man muss nicht immer die zertifizierte Fachkraft suchen“, sagt er. Manchmal gehe es auch darum, Leute zu finden, die anpacken können und gewillt sind, on-the-job zu lernen.
  3. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Gerade zu Spitzenzeiten, etwa während Messen, sind in der Gastro- und Eventbranche die Arbeitszeiten oft alles andere als familienfreundlich. Homeoffice ist in aller Regel nicht möglich. „Aber manchmal kann schon eine digitale Lösung zum Tauschen der Schicht den Unterschied machen“, sagt Bauer. Und natürlich Hilfe bei der Kinderbetreuung.
  4. Bezahlung: In Tourismus, Gastronomie und der Veranstaltungsbranche sind die Löhne fast schon traditionell niedrig. Doch das ändert sich durch den Arbeitsmarkt gerade, hat Bauer beobachtet. Zudem sollten Arbeitgeber nicht zu viel auf Benefits wie Mitarbeiterrabatte oder Events geben: „Die sind nicht so entscheidend, die gehören aus Sicht der Beschäftigten einfach zum Job.”

Eine gute Nachricht hat Ingo Bauer allerdings auch für die Arbeitgeber: Trotz der Belastungen, des Stresses und der oft nicht so guten Rahmenbedingungen arbeiten die Beschäftigten in der Event-, Tourismus- und Gastronomiebranche gerne dort. „Das Arbeitsklima wird als positiv wahrgenommen“, sagt der Berater.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.

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