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Größtes Einstellungshindernis: attraktivere Wettbewerber

Mann mit Magnet zieht Menschen an
Bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter befürchten Unternehmen vor allem, dass ihnen attraktivere Arbeitgeber Kandidaten wegschnappen.
Foto: © Elnur/StockAdobe

Am schwierigsten bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter ist für Unternehmen die Konkurrenz zu anderen attraktiveren Arbeitgebern in ihrer Region. Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Betriebe. Aus Sicht der großen Unternehmen hingegen führen vor allem zu lange Einstellungs- verfahren dazu, dass Top-Talente abspringen.

Im Rahmen der aktuellen Arbeitsmarktstudie von > Robert Half wurden 702 Personalverantwortliche nach den drei größten Hindernissen bei der Gewinnung von Top-Talenten für ihr Unternehmen gefragt. Haupthindernis ist danach die Attraktivität von Wettbewerbern: Im Schnitt gaben 44 Prozent aller Befragten an, gute Kandidaten an andere Unternehmen zu verlieren, mit denen sie nicht konkurrieren könnten. Für Personalverantwortliche aus kleinen (43 Prozent) und mittelständischen Unternehmen (45 Prozent) ist der Wettbewerb mit anderen Firmen das größte Hindernis bei der Gewinnung von Top-Talenten, bei großen Firmen steht dieser Aspekt auf Platz zwei der Hemmnisse (41 Prozent).

Auch Langsamkeit und veraltete Technologien erschweren die Mitarbeitergewinnung

Größenübergreifend stellen mit jeweils 38 Prozent zu lange Einstellungsverfahren und veraltete Technologien die zweit- und drittgrößten Einstellungshindernisse für Unternehmen dar. Für große Firmen ist mangelnde Schnelligkeit im Recruiting mit 50 Prozent das Haupthindernis, für kleine (32 Prozent) und mittlere (35 Prozent) Betriebe das drittgrößte Problem. Mit technologischen Problemen haben kleine (38 Prozent), mittlere (39 Prozent) und große Unternehmen (38 Prozent) gleichermaßen stark zu kämpfen.

Lösungsansatz Nummer eins: Flexibilität bei Qualifikationsanforderungen

Nicht nur bei der Bewertungen der Herausforderungen im Rekrutierungsprozess unterscheiden sich die Unternehmen je nach Größe, sondern auch bei möglichen Lösungsansätzen. Auf die Frage, welche Maßnahmen sie ergreifen würden, wenn sie Probleme bei der Besetzung einer offenen Position in Festanstellung hätten, antworteten mit insgesamt 40 Prozent die meisten Personalverantwortlichen, dass sie flexibler auf Qualifikationsanforderungen eingehen würden, also bei geeigneten Kandidaten auf “Kann-Kenntnisse” zu verzichten, die anschließend in Trainings vermittelt werden können. Bei den Großunternehmen war dieser Anteil mit 43 Prozent am größten. Außerdem setzen größenübergreifend 39 Prozent auf die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Personalvermittler. Große Firmen greifen mit 48 Prozent am häufigsten auf die Dienstleister zurück, für sie ist das die erste Maßnahmen bei Rekrutierungsproblemen. Von den kleinen Betrieben gaben dies 42 Prozent an und mittlere Unternehmen sind hier mit 34 Prozent am zurückhaltendsten. Als dritten Lösungsansatz nannten die Studienteilnehmer mit 34 Prozent eine Erhöhung des Gehalts oder Vergütungspakets.Hier gibt es kaum Unterschiede bei kleinen (32 Prozent), mittleren (36 Prozent) und großen Unternehmen (34 Prozent).

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.