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Auf dem Weg zur perfekten Arbeitgebermarke für IT-Entwickler

55.000. So viele unbesetzte Stellen für IT-Spezialisten gibt es derzeit in der ITK-Branche. Allein zum Vorjahr ist die Zahl der offenen Stellen um acht Prozent gestiegen. Entwickler sind begehrt und sie können sich ihre Jobs aussuchen. Doch wie schafft man es, von ihnen als Arbeitgeber auserwählt zu werden? Da hilft nur eine starke Arbeitgebermarke.

Laut einer repräsentativen Umfrage der Bitkom wird die Zahl der vakanten Entwickler-Stellen Jahr für Jahr größer. Allein zum Vorjahr ist die Zahl der offenen Stellen um acht Prozent gestiegen. Bitkom-Präsident Achim Berg bringt es in einem Satz auf den Punkt: “In Deutschland wird es immer schwieriger, die dringend benötigten IT-Spezialisten zu finden.”

Grund genug sich einmal genauer anzusehen, wie Unternehmen das eigene Employer Branding verbessern können, um nicht nur überhaupt Entwickler von sich zu überzeugen, sondern auch noch die passenden. Dafür schauen wir uns zwei Studien an: Eine Umfrage von Linkedin unter Recruitern zu den Recruiting-Kosten und eine weltweite Umfrage unter 62.000 Entwicklern von Stack Overflow, welche Anforderungen und Wünsche Entwickler an Unternehmen haben.

Wenn wir beide miteinander kombinieren, ergeben sich einige konkrete Maßnahmen, die Unternehmen umsetzen können.

Employer Branding reduziert die Recruiting-Kosten

Schauen wir uns zunächst den Effekt von gutem Employer Branding an. Laut einer Umfrage von Linkedin aus dem Jahr 2011 unter über 2000 Recruitern liegen die Kosten pro eingestelltem Mitarbeiter zweimal niedriger bei Unternehmen mit einer starken Arbeitgebermarke. Darüber hinaus liegt die Turnover-Rate mit 28 Prozent beinahe ein Drittel niedriger als bei vergleichbaren Unternehmen.

Laut anhaltenden Untersuchungen von Linkedin unterscheiden sich Menschen voneinander, die aktiv und passiv nach einem neuen Job suchen. Aktive Kandidaten sind eher auf der Suche nach einer Umgebung, die ihnen die Möglichkeit bietet, persönlich und professionell zu wachsen. Passive Kandidaten fühlen sich eher zu Jobs und Unternehmen hingezogen, die die Herausforderungen betonen und die Möglichkeit bieten, etwas zu verändern. Sie legen außerdem einen höheren Wert auf die Firmenkultur und die Werte, für die sich das Unternehmen einsetzt.

Auf die Zielgruppe der IT-Entwickler bezogen: Sie sind zum allergrößten Teil passive Job-Kandidaten. Über 59 Prozent sind nicht aktiv auf der Suche nach einem Job, sind aber durchaus offen für Angebote. Gefragt nach den fünf wichtigsten Eigenschaften, die sie sich von einem zukünftigen Arbeitgeber wünschen, antworteten die Umfrageteilnehmer:

1.    Fachliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten
2.    Programmiersprachen, Frameworks und Technologien, mit denen sie arbeiten werden
3.    Das Büro
4.    Gehalt und Zusatzleistungen
5.    Der Projektmanagementstil des Unternehmens (z.B. Agile)

In fünf Schritten auf dem Weg zur starken Arbeitgebermarke

Es ist klar, dass eine Unternehmenskultur und Arbeitgebermarke, die all diese Wünsche erfüllen, nicht über Nacht und mit fünf Stichpunkten erwachsen können. Aber wenn ich als Unternehmer oder HR-Verantwortlicher fünf Schwerpunkte auswählen müsste, dann würde ich mich auf die folgenden konzentrieren. Interessanterweise gehören viele der Tipps zum Einmaleins der HR-Schule, aber sie bieten auch die größten Effekte, wenn es um den Aufbau einer eigenen Marke als attraktiver Arbeitgeber für Entwickler geht.

Machen Sie Ihren Mitarbeitern das Leben so angenehm wie möglich

Entwickler brauchen komfortable Arbeitsplätze, da sie acht oder mehr Stunden am Computer arbeiten. Arbeitgeber sollten nicht am Büro sparen und in ergonomische Stühle und Schreibtische investieren.
Wenn Sie gedanklich den gesamten Prozess durchlaufen von der Bewerbung bis zum Büroalltag, werden Sie unzählige Möglichkeiten finden, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die Entwickler davon abhalten könnten, bei Ihnen zu arbeiten: Vom Job-Anschreiben bis zu der Anzahl der wöchentlichen Meetings.

Grafik: Was IT-Entwickler bei der Jobsuche nervt
Grafik: Stackoverflow

Vielfältige Wachstumsmöglichkeiten

Bieten Sie Ihren Entwicklern möglichst viele Fortbildungsmöglichkeiten und kommunizieren Sie das offen auf allen Kanälen. Dazu zählen auch interne und externe Mentoring-Programme, finanzierte Konferenzbesuche, oder auch den Erlass von Studiengebühren. Wie bei allen HR-Themen reichen hier aber keine Lippenbekenntnisse. Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes. Das kostet Geld, aber Ihre Investitionen bekommen Sie vielfach zurück: Sie werden bessere Mitarbeiter gewinnen, die gerne bei Ihnen arbeiten und die wiederum zu Ihren stärksten Befürwortern werden. Und wie im Marketing gilt: Keine Maßnahme ist so wirksam wie die persönliche Empfehlung.

Spannende Produkte

Selbst wenn Ihr Unternehmen nicht in einer Branche arbeitet, die zu den spannendsten Branchen der Menschheitsgeschichte ausgerufen wurde: es gibt immer noch unzählige Möglichkeiten, Ihre Produkte oder Dienstleistungen hervorzuheben, um Entwickler zu begeistern und durch zusätzliche Projekte und Aufgaben für spannende Herausforderungen zu sorgen. Am besten entwickeln Sie diese Projekte direkt mit Ihren Mitarbeitern und übergeben ihnen die Führung.

Nur das Beste ist gut genug

Entwickler lieben ihre Tools. Und sie werden Sie und Ihre Firma lieben, wenn Sie auf ihre Wünsche eingehen und sie mit den Computern und den Programmen arbeiten lassen, die sie sich wünschen. Selbst wenn ein Rechner vom Standardmodell und -preis abweicht – auch hier lohnt sich die Investition, denn mit keinem anderen Gerät verbringt der IT-Spezialist mehr Zeit als mit seinem Computer.

Umgeben Sie Ihre Entwickler mit guten Managern

Programmierer wollen mit Programmierern sprechen und nicht jeden Schritt Managern erklären müssen, die von der Materie nichts verstehen. Im schlimmsten Fall kann eine Management-Umgebung ohne Erfahrung im Umgang mit Entwicklern die Motivation innerhalb Ihrer IT-Abteilung komplett auflösen und das Entwicklungstempo extrem verlangsamen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass es bei Ihnen so ist, kann im äußersten Fall eine Umstrukturierung Ihres Managements nötig sein.

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