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Aufschwung der IT-Freiberufler

Mit dem Einsatz eines IT-Freiberuflers ist es wie mit der Steuererklärung, jeder braucht sie, aber niemand spricht gerne darüber. Dabei machen die Freelancer mit knapp 5 Millionen Beschäftigten bereits 10 Prozent aller Erwerbstätigen in ganz Deutschland aus, so hat es der Branchenverband BITKOM kommuniziert. Besonders im ITK-Umfeld haben laut aktueller Erhebung von Hays und anderen Personaldienstleistern die externen IT-Experten einen hohen Stellenwert. Denn hier geht es technologisch ans Eingemachte und Spezialisten mit vielfältiger Projekterfahrung und hoher Flexibilität gehören seit Jahren zum Bild der Projektwirtschaft. Dass die Bedeutung der externen IT-Fachkräfte weiterhin wachsen wird, da sind sich die rund 900 befragten IT-Entscheider aus der Studie ganz sicher. Und auch die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt weißt stark auf einen Bedeutungszuwachs der externen Spezialisten hin: der Mangel an Fachkräften im IT-Umfeld verschärft sich (laut BITKOM 51 000 IT-Vakanzen im Jahr 2016), Festangestellte machen Gebrauch von flexiblen Arbeitsmodelle und Firmen benötigen immer schneller frisches Wissen von außen.

IT-Freiberufler haben Vorrang

53 Prozent der befragten Unternehmen geben IT-Freiberuflern sogar Vorrang vor einer Festanstellung, Mitarbeitern in Arbeitnehmerüberlassung oder dem Third-Party- Management. Wobei in erster Linie die Großunternehmen dieser Ansicht sind. Sie benötigen in der Regel gleich mehrere Spezialisten für ein Großprojekt, für das sie ganz spezielles Knowhow einkaufen. Sie haben keine Zeit, dieses Fachwissen erst mühsam intern aufzubauen. Insgesamt betrachtet, befindet sich die Beauftragung von IT-Freiberuflern innerhalb der IT auf einem sehr hohen Niveau. Das bedeutet, die Firmen arbeiten schon länger mit bestimmten Kandidaten zusammen, haben gute Erfahrungen gemacht und möchten an dieser Situation nichts verändern.

Die gute Zusammenarbeit bei früheren IT-Projekten überzeugt Unternehmen am meisten von einem Personaldienstleister. / Quelle: BITKOM
Die gute Zusammenarbeit bei früheren IT-Projekten überzeugt Unternehmen am meisten von einem Personaldienstleister. / Quelle: BITKOM

Persönliche Netzwerke und Vermittler punkten

Daher ist es wenig verwunderlich, dass ganze 41 Prozent der Unternehmen die Freiberufler direkt aus ihrem persönlichen Netzwerk heraus beauftragen. 24 Prozent gaben an, über klassische IT- Beratungshäuser zu beauftragen. Das hat für sie den großen Vorteil, gleich ein eingespieltes Team, beispielsweise für den Cloud-Betrieb einzukaufen. Für das künftige Recruitment externer IT-Fachkräfte wollen sich die Firmen noch mehr auf die Suche in einschlägigen Online-Portalen konzentrieren. Speziell wenn es um den Aufbau neuer Kompetenzen oder befristete Einsätze beispielsweise für Schnittstellenfunktionen geht, kommen die Unternehmen allerdings an den Vermittlern mit ihren großen Expertenpools nicht vorbei. Bei der Frage nach den für sie entscheidenden Aspekten für eine gute Zusammenarbeit, sprachen sich die meisten (60 Prozent) für die Tatsache aus, dass man bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet hat. Gut der Hälfte aller Firmen kommt es zudem auf ein vernünftiges Preis-Leistungs- Verhältnis beim Personaldienstleister an. Des Weiteren wünschen sie sich Ansprechpartner, die fachlich fit sind. Denn besonders auf die Qualität der Profile von IT-Fachkräften legen die Auftraggeber gesteigerten Wert. Last but not least zählt der gute Ruf des Personaldienstleisters als Kriterium für die Unternehmen. Dienstleister, die hier kein klares Profil und entsprechende Branchenkompetenz vorweisen können, werden sich in Zukunft schwer tun, ihre Freiberufler erfolgreich zu vermitteln.

Mixed Teams als Erfolgsmodell

In der Arbeitsteilung hat sich bei den Unternehmen die Projektarbeit in gemischten Teams, also interne und externe Spezialisten im Schulterschluss, derart bewährt, dass mehr als 89 Prozent in dieser personellen Konstellation künftig fortfahren möchten. Externe IT-Fachkräfte bringen permanent neue Erkenntnisse und Fähigkeiten ins Team ein. Ein frischer, unvoreingenommener Blick auf die innerbetrieblichen Routinen fördert oft ganz neue Lösungsansätze zutage. Das kann sich allerdings nur ergeben, wenn externe und interne Kompetenzen möglichst intensiv miteinander verzahnt werden. Interne Mitarbeiter profitieren davon und Projekte erhalten auf dieser Erfahrungsbasis häufig eine viel bessere Qualität. Trotz der beschriebenen Vorteile, zeigt die Studie allerdings auch, dass speziell IT-Leiter aus Konzernen weniger zufrieden mit dem “Mixed Teams”- Ansatz sind als ihre Geschäftsleitung. Obwohl sie eigentlich viel näher am Geschehen sind und die Hintergründe für diese Art der Zusammenarbeit besser beurteilen können.

Insgesamt machen heute externe Spezialisten schon 45 Prozent der eingesetzten IT-Fachkräfte in den Unternehmen aus. 55 Prozent sind festangestellt. Vor dem Hintergrund des rasanten technologischen Wandels sowie immer schnelleren Projektzyklen gehen 40 Prozent der Befragten davon aus, dass die Quote der Freiberufler, die sich in Zukunft benötigen werden, noch steigen wird – wenn auch in kleinen Schritten.

Autor:
Simon Alborz, Bereichsleitung Hays, Hamburg, simon.alborz@hays.de

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