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Aus Kandidatensicht noch optimierbar

Wenn Kandidaten sich etwas wünschen dürften, so gehörte unter anderem ein schnelleres Bewerbungsverfahren dazu. © Frank Boston/Fotolia.de
Wenn Kandidaten sich etwas wünschen dürften, so gehörte unter anderem ein schnelleres Bewerbungsverfahren dazu. © Frank Boston/Fotolia.de

Der Recruitingprozess bekommt aus Bewerbersicht eine Durchschnittsnote von 2,3. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Bewerber bewerten die Gesamtqualität des von ihnen durchlaufenen Bewerbungsverfahrens mit gut oder sehr gut. Allerdings finden 26 Prozent die Qualität nur befriedigend und zehn Prozent halten sie nur für ausreichend oder gar mangelhaft. Das ist ein Ergebnis einer gemeinsamen Umfrage der Recruitingplattform Softgarden und des “Personalmagazins”, an der 1.130 Bewerber und 123 Personalverantwortliche teilgenommen haben.

Transparenz und Serviceorientierung okay, aber verbesserungsfähig

Die ehemaligen Bewerber wurden auch danach gefragt, wie wichtig ihnen Transparenz ist, also das Wissen darum, was sie im Verfahren erwartet und wie lange die einzelnen Bewerbungsschritte dauern. 59 Prozent der Befragten finden Transparenz in Bewerbungsverfahren sehr wichtig. In der Praxis erzielte das Kriterium einen Notenmittelwert von 2,4. Die gleiche Note bekam der Aspekt der Serviceorientierung. Dieses Kriterium bekam mit lediglich 15 Prozent die wenigsten “sehr gut”-Bewertungen bei den aktuellen Bewerbungsverfahren. “Der Kandidat als Kunde”, so die Studie, stellt aktuell vermutlich in den meisten Unternehmen allenfalls eine Forderung dar, aber keine Beschreibung der tatsächlichen Verhältnisse.

Bewerber erwarten Schnelligkeit und baldiges Feedback

60 Prozent der Kandidaten finden, dass der Gesamtprozess von der schriftlichen Bewerbung bis zur finalen Zu- oder Absage nicht länger als einen Monat dauern sollte. Allerdings entsprechen nur 28 Prozent der befragten Unternehmen dieser Erwartung. Außerdem erwarten fast zwei Drittel der Kandidaten (64 Prozent) eine verbindliche Rückmeldung – ob Absage oder Einladung zum nächsten Auswahlschritt – innerhalb von ein oder zwei Wochen. Das schaffen nur 45 Prozent der befragten Unternehmen. 17 Prozent der Arbeitgeber brauchen sogar drei Wochen oder länger. Lediglich zehn Prozent der Kandidaten bringen diese Geduld auf. 55 Prozent von ihnen wünschen sich, dass die Zeit zwischen dem letzten Auswahlschritt und der Zu- oder Absage nicht mehr als eine Woche beträgt.

Nur ein knappes Drittel der Arbeitgeber holt Bewerberfeedback ein

Laut Studie gibt es auf den ersten Blick bei vielen Aspekten keine dramatischen Abweichungen zwischen Kandidatenwunsch und Rekrutierungspraxis. Es stimme jedoch nachdenklich, dass 69 Prozent der befragten Unternehmen kein systematisches Bewerberfeedback zum Prozess einholen. Die restlichen 31 Prozent beschränkten sich meist darauf, diejenigen Kandidaten zu befragen, die eine Zusage erhalten haben. Auch nutzen 47 Prozent der befragten Arbeitgeber kein Online-Formular, so dass der Anteil an diesen Unternehmen, die kein Bewerbermanagementsystem verwenden, laut Vermutung der Studienautoren hoch sein dürfte. In händischen Verfahren sei jedoch der Anteil an “vergessenen Bewerbern” hoch, ebenso wie Brüche im Standardverfahren. Insgesamt, so ein Fazit der Studie, besteht auf Arbeitgeberseite durchaus noch Luft nach oben im Recruitingprozess.

Eine ausführliche Präsentation der Umfrageergebnisse steht > hier zum Download bereit.