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Auszubildende mit hohen Ansprüchen

Mann in Arbeitskleidung biegt eine Metallplatte mit einer Maschine.
Unternehmen haben besondere Schwierigkeiten, Auszubildende für gewerblich-technische Berufe zu finden. Als Grund dafür haben Jugendliche in der Studie unter anderem angegeben, dass die Berufe körperlich zu anstrengend seien. Foto: Michal Jarmoluk/Pixabay

Das fordert Unternehmen heraus.

Jugendliche sind bei der Wahl ihrer Ausbildungsstelle heutzutage meistens umworben: Drei Viertel der befragten Jugendlichen hatten mehr als ein Angebot vorliegen. Und das bei überschaubarem Aufwand, nur ein gutes Drittel der Befragten muss mehr als zehn Bewerbungen schreiben.

Die gute Position der Auszubildenden auf dem Markt gegenüber den Unternehmen, die dringend Azubis suchen, zeigt sich in den hohen Erwartungen an die Ausbildungsbedingungen. Wichtig ist der heutigen Azubi-Generation die Arbeitszeit. Über 90 Prozent der Befragten wünschen sich arbeitsfreie Wochenenden, Schichtarbeit lehnen 70 Prozent für sich ab. Auch die Bezahlung muss stimmen: Für fast 70 Prozent ist eine gute Ausbildungsvergütung wichtig. Gut 40 Prozent der Azubi-Bewerber würde sich sogar für ein alternatives Angebot entscheiden, wenn sie dort mindestens 150 Euro mehr im Monat verdienen.

Grundsätzlich schwer damit tun sich Unternehmen damit, Auszubildende in gewerblich-technischen Berufen zu finden. Zwei Drittel der befragten Jugendlichen sagten, an diesen Berufen hätten sie “kein Interesse”, als weitere Gründe wurden eine zu hohe körperliche Anstrengung und ein vermutetes unattraktives Arbeitsumfeld genannt.

Azubis suchen Stellen vor allem über Google

Um Bewerber überhaupt auf sich aufmerksam zu machen, sind Ausbildungsbetriebe vor allem auf Google angewiesen. 85 Prozent der Suchenden greifen “oft” oder “sehr oft” auf die größte Suchmaschine zurück. Problematisch für die Unternehmen: Ihre Präsenz auf der Plattform ist oft ausbaufähig. Nur 9,1 Prozent der befragten Betriebe gelingt es, ihr Ausbildungsplatz-Angebot unter den ersten fünf Treffern zu platzieren. Gute Chancen, Interessierte abseits von Google zu erreichen, haben Betriebe auf der Jobbörse der Arbeitsagentur und anderen Ausbildungsplattformen bzw. Jobbörsen. Hier suchen je rund 50 Prozent der potenziellen Bewerber mindestens “oft” nach einer Stelle. Eine eher untergeordnete Rolle spielen soziale Netzwerke. Facebook oder Instagram werden laut der Studie von knapp drei Viertel der Befragten überhaupt nicht zur Ausbildungsplatz-Suche verwendet.

Am Ende hängt eine Bewerbung etwa auch vom Betriebsstandort ab: Knapp zwei Drittel der Ausbildungssuchenden bewerben sich im Umkreis von 30 Kilometern vom Wohnort. Als wichtigsten Benefit, den eine Ausbildungsstelle bieten kann, empfinden 58 Prozent der Befragten eine Übernahmegarantie nach der Abschlussprüfung.


An der Befragung zu den „Azubi-Recruiting Trends“ haben in diesem Jahr haben 3.542 Schüler, Bewerber und Azubis sowie 1.634 Ausbildungsverantwortliche teilgenommen. Die Studie wird vom Verlag U-Form, der Bildungsinitiative Teach First und dem HR-Dienstleister AUBI-plus publiziert. Wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Christoph Beck. Laut den Herausgebern ist die Studie Deutschlands größte doppelperspektivische Umfrage zum Azubi-Marketing und -Recruiting.
Die Studie kann über diesen › Link heruntergeladen werden.

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