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Bezahlung und Betriebsklima müssen stimmen

Ist das Betriebsklima schlecht, nützt die beste Bezahlung nichts.
Foto: © Henry Schmitt/Fotolia.de
Ist das Betriebsklima schlecht, nützt die beste Bezahlung nichts.
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Laut einer bevölkerungsrepräsentativen Studie gab 2016 mehr als jeder vierte Deutsche (rund 27 Prozent) an, sich aktiv nach einer neuen Anstellung umzuschauen. Doch worauf legen Arbeitnehmer eigentlich Wert? An erster Stelle steht doch das Gehalt und zwar wieder mehr als in den Vorjahren. Für 71 Prozent der Berufstätigen ist eine leistungsgerechte Entlohnung das wichtigste Kriterium eines attraktiven Arbeitgebers. Fast gleichauf mit 70,9 Prozent rangiert jedoch der Wunsch nach einem guten Betriebsklima. Das heißt, das die Vergütung zwar eine große Rolle spielt, doch gegen eine schlechte Stimmung im Unternehmen nützt auch die beste Bezahlung nur wenig. Das sind Ergebnisse der aktuellen Studie “Arbeitsmarkt – Perspektive der Arbeitnehmer” von > Orizon. An der Online-Befragung, die 2016 zum fünften Mal durchgeführt wurde, nahmen 2067 Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland teil. Durchgeführt wurde die Studie vom Marktforschungs- und Analyseunternehmen Lünendonk.

Sicherer Arbeitsplatz auf Platz drei der Wunschliste

Auf Platz drei der Leistungen, die einen Arbeitgeber besonders attraktiv machen, liegt die Arbeitsplatzsicherheit mit 63,3 Prozent. Ihre Bedeutung hat gegenüber den Vorjahren jedoch leicht abgenommen. Es folgen Weihnachtsgeld, Urlaubsgratifikationen, Prämiensysteme für Betriebszugehörigkeit und betriebliche Altersvorsorge mit 52 Prozent. 49,5 Prozent wünschen sich Arbeitsplatznähe zum Wohnort oder einen attraktiven Standort. 43, 8 Prozent legen Wert auf flexible Arbeitszeiten. Ebenfalls relevant und ein stetig wichtiger werdender Anspruch von potenziellen Bewerbern: ihre künftige Tätigkeit soll abwechslungsreich sein; 37 Prozent geben dies derzeit an. Für weitere 27,1 Prozent sind Weiterbildungsangebote des Arbeitgebers wichtig.

Flache Hierarchien unter “ferner liefen”

Wenn es konkret um die Beweggründe für die Suche nach einem neuen Job geht, hat außerdem “Erfahrungen sammeln” deutlich an Bedeutung gewonnen. Während dieser Aspekt noch 2015 nur für rund 22 Prozent eine wichtige Rolle spielte, gaben im letzten Jahr 36 Prozent der Arbeitnehmer an, durch eine berufliche Neuorientierung neue Erfahrungen machen zu wollen. Weit abgeschlagen auf der Liste der Aspekte, die Unternehmen attraktiv machen, rangieren laut Studie zum Beispiel das Unternehmensimage, flache Hierarchien, die Unternehmensgröße und Internationalität, eine Kantine, Work-Life-Balance-Angebote und ein Betriebskindergarten.

Aus Bewerbersicht ist vor allem Motivation gefragt

Die Studienteilnehmer wurden auch nach ihrer Einschätzung gefragt, worauf Unternehmen bei neuen Mitarbeitern am meisten Wert legen. Ganz oben in der Wahrnehmung der Arbeitnehmer stehen die Aspekte Leistungsbereitschaft und Motivation. 63 Prozent glauben, dass diese sehr wichtig sind, um auf dem heutigen Arbeitsmarkt eine Chance zu haben. Auch gute Umgangsformen, zum Beispiel gegenüber Kollegen oder Kunden, ist aus Sicht der Befragten etwas, worauf Arbeitgeber großen Wert legen. Die fachliche Qualifikation, die in den Vorjahren noch den Spitzenplatz belegt hatte, steht mit 60 Prozent aktuell nur noch auf dem dritten Rang. Immerhin noch 15 Prozent der Befragten glauben, dass gutes Aussehen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Jeder Zehnte hält die “richtige” politische Einstellung für sehr wichtig – dieser Aspekt landet damit auf dem letzten Platz der Studie.