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Noch wirkt sich die Krise kaum auf die Einstellungsbereitschaft aus

Manager zeigt auf lächelnden Smiley
Zufriedene Mitarbeiter sind auch und gerade in Corona-Zeiten für Arbeitgeber wichtig.
Foto: © fotogestoeber-stock.adobe.com

Die Jobplattform > Stepstone hat im letzten September und Oktober rund 2700 Führungskräfte und 2000 Recruiter gefragt, wie sich die andauernde Krise in ihrem Unternehmen auf Neueinstellungen auswirkt. Gut drei Viertel der Studienteilnehmer (78 Prozent) sagen, dass sie den Wettbewerb um die richtigen Mitarbeiter als genauso hart empfinden wie vor der Corona-Zeit. Lediglich 13 Prozent geben an, der Kampf um passende Fachkräfte habe sich im letzten Jahr entspannt. Neun von zehn Arbeitgebern sind der Ansicht, dass es sich für Berufstätige durchaus lohnt, einen neuen Job zu suchen.

Kaum weniger Jobangebote als vor der Krise, Quereinsteiger durchaus gefragt

Nach Aussage von Stepstone-Arbeitsmarktexperte Dr. Tobias Zimmermann lag die Zahl der Stellenangebote auf der Plattform auch Anfang 2021 nur knapp unter der vom Januar des vergangenen Jahres. Das zeige, dass viele Unternehmen trotz des Lockdowns weiter Personal einstellen. Fast jedes dritte befragte Unternehmen engagierte sich im Befragungszeitraum gezielt dafür, Quereinsteiger aus anderen Branchen und Berufsfeldern zu rekrutieren. Gut ein Drittel (35 Prozent) bemühte sich darum, Mitarbeiter einzustellen, die sie vor der Krise wahrscheinlich nicht bekommen hätten.

Die Folgen der Corona-Pandemie haben den Jobmarkt weniger stark beeinflusst als anfangs angenommen,

so Zimmermann. Die meisten Unternehmen wüssten, dass sie weiterhin aktiv um Mitarbeiter werben müssen. Neue Positionen zu besetzen, sei auch in diesen Zeiten kein Selbstläufer. Auf Bewerberseite hätten vor allem flexible Jobsuchende gute Chancen, zumal die Lage in einigen Branchen erst einmal schwierig bleiben werde.

Unternehmen arbeiten vermehrt an ihrer Arbeitgeberattraktivität

Immerhin fast sechs von zehn der befragten Recruiter und Entscheider (56 Prozent) finden es schwierig, Kandidaten von ihrem Unternehmen zu überzeugen. Rund zwei Drittel der Arbeitgeber (65 Prozent) planen daher, sich künftig stärker auf Themen wie Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation zu konzentrieren. Jeder zweite Studienteilnehmer denkt außerdem, dass das Gehaltsniveau im Unternehmen angehoben werden sollte. Als weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität planen 47 Prozent der Firmen flexible Arbeitsmodelle und Homeoffice-Konzepte und 44 Prozent arbeiten an besseren Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. In der Krise hätten viele Unternehmen gemerkt, wie erfolgsentscheidend eine motivierte Belegschaft sei, so Zimmermann. Die Fähigkeit, die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden, werde in den nächsten Jahren auch angesichts der demografischen Entwicklung noch wichtiger werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.