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Im Kommen, doch es fehlt vielfach an Skills

Mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland hält die Fähigkeit, Daten zu analysieren, für sehr wichtig. Allerdings bestehen noch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Außerdem fehlt es vor allem an gut geschultem Personal, um die anfallenden Datenmengen in den kommenden Jahren zu bewältigen.

Mann im Anzug betrachtet Ausdruck mit Balkendiagramm
Für Data Analytics sind Kompetenzen notwendig, über die in den Fachbereichen nur wenige Mitarbeiter verfügen.
Foto: © cirquedesprit/Fotolia.de

Die Datenanalyse hilft Unternehmen unter anderem dabei, Prozesse zu optimieren oder Produkte und Services an Kundenbedürfnisse anzupassen. Derzeit betrachten 36 Prozent von 162 befragten Entscheidern hierzulande den Umfang an Daten-Analytics-Aufgaben als hoch; 18 Prozent bewerten ihn als sehr hoch. Für die nächsten fünf Jahre sehen 45 Prozent einen hohen und 18 Prozent einen sehr hohen Umfang. Beim Einsatz von Analytics haben die Unternehmen in vielen Bereichen Optimierungsbedarf, vor allem in Vertrieb und Marketing, in der IT-Abteilung, im Bereich Finanzen/Controlling sowie in der Geschäftsleitung.

Fähigkeit zur Datenanalyse wird immer wichtiger

Mehr als die Hälfte der Firmen hält die Kompetenz, Daten analysieren zu können, für sehr wichtig; 16 Prozent halten sie sogar für geschäftsentscheidend und 37 Prozent gehen davon aus, dass diese Fähigkeit in fünf Jahren geschäftsentscheidend sein wird. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von IDG Research Services im Auftrag von Tableau Software hervor. An der Befragung nahmen Entscheider – sowohl Geschäftsführer als auch Bereichsleiter – von Unternehmen aus 18 Branchen teil.

Bislang ist zumeist noch die IT zuständig

Aktuell werten die meisten Fachbereiche ihre Daten nicht selbst aus. Lediglich in 14 Prozent der Unternehmen ziehen alle Mitarbeiter die für sie relevanten Informationen selbst aus der vorhandenen Datenmenge, um sie zu untersuchen und daraus Erkenntnisse für das Geschäft zu gewinnen. Immerhin in einem Fünftel der Firmen ist schon ein großer Teil der Mitarbeiter in der Lage, Daten selbst zu analysieren. In vielen der befragten Unternehmen ist für die Datenanalyse noch die IT-Abteilung oder das BI-Team zuständig – laut Tableau ein sehr zeitaufwendiger Prozess, der mit den zunehmenden Datenmengen und der Geschwindigkeit der Märkte nicht mehr funktionieren kann.

Herausforderungen: Datensicherheit und fehlende Kompetenz

Gefragt nach den größten Herausforderungen für die nächsten fünf Jahre bei der Verarbeitung und Analyse von Daten, gaben 36 Prozent der Studienteilnehmer Probleme beim Sicherstellen von Datenschutz und -sicherheit an. Gleich an zweiter Stelle folgt mit 33 Prozent fehlendes Personal mit Analytic-Skills in den Fachbereichen. 30 Prozent gaben mangelnde Datenqualität an, 27 Prozent nannten die Komplexität der Analytics-Lösungen und 26 Prozent fehlende analytische Skills im Unternehmen.

Analytics-Know-how bei Mitarbeiterrekrutierung ganz vorn

38 Prozent der Entscheider sagten, dass kaum oder nur sehr wenige ihrer Mitarbeiter über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, um Daten zu analysieren. Entsprechend steht technisches oder Analytics-Know-how auch an zweiter Stelle der Skills, die den Unternehmen bei der Einstellung neuer Mitarbeiter am wichtigsten sind. Öfter genannt wurde lediglich Teamfähigkeit. Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten sagt, im Unternehmen gebe es ausreichend viele Schulungen zum Thema. Bei 48 Prozent ist das vereinzelt der Fall und in 24 Prozent werden gar keine Schulungen zu Data Analytics durchgeführt.

Momentan besetzt die Mehrheit der Unternehmen die Stellen, bei denen es auf den Umgang mit Daten ankommt, intern. Auch künftig haben dies die meisten Befragten vor. Allerdings wollen mehr Firmen als heute neue spezialisierte Mitarbeiter für die Datenanalyse rekrutieren. Derzeit geben 41 Prozent an, bei der Suche eher erfolgreich zu sein und 23 Prozent sagen, sie seien weniger erfolgreich.

Die Ergebnisse der Befragung stehen > hier als interaktive Übersicht zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.