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Den Bewerber 4.0 gibt es (noch) nicht

Sich per Smartphone & Co von unterwegs bewerben - das macht bisher nur eine Minderheit der Jobsuchenden hierzulande. 
Foto: © Syda Productions/Fotolia.de
Sich per Smartphone & Co von unterwegs bewerben – das macht bisher nur eine Minderheit der Jobsuchenden hierzulande.
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Eine aktuelle Befragung unter Bewerbern hat untersucht, inwieweit sich neue Technologien bereits im Bewerbungs- und Recruitingprozess etabliert haben und wie sie bei den Kandidaten ankommen. Eines der Ergebnisse: Der Bewerbungsprozess läuft heute längst digital ab, aber mobil ist er bisher kaum.

Online-Jobbörsen sind bei Bewerbern nach wie vor die absolute Nummer eins bei der Stellensuche. Rund 60 Prozent der Bewerber gehen in Online-Jobbörsen auf die Suche nach einem neuen Job. Erst danach folgen die Karriere-Websites der Unternehmen sowie das persönliche Netzwerk. Das sind Ergebnisse einer Online-Befragung der Jobbörse > Jobstairs unter 166 Kandidaten.

Die klassische Jobsuche am heimischen Laptop dominiert weiter

Mehr als drei Viertel der Befragten (78,5 Prozent) suchen am häufigsten von Zuhause aus nach Jobangeboten. Knapp jeder Zweite (48,2 Prozent) nutzt zur Stellensuche noch seinen Laptop in den eigenen vier Wänden. Fast jeder Vierte schaut aber bereits per Smartphone (17,5 Prozent) oder Tablet (6,7 Prozent) nach offenen Stellen. 70 Prozent der Befragten halten mobiloptimierte Stellenanzeigen für wichtig oder sehr wichtig. Zwei Drittel würden sich sogar mobil bewerben, wenn ein durchgängig mobiler Bewerbungsprozess möglich wäre. Für die Zukunft wünschen sich zwei Drittel der Kandidaten die Bewerbung per E-Mail und fast ebenso viele (63,4 Prozent) möchten sich per Online-Formular bewerben.

Rund jeder Zweite schätzt Active Sourcing über Business-Netzwerke

Automatisierte One-Click-Bewerbungen stoßen bei der Hälfte der Bewerber (50,3 Prozent) auf Zustimmung. Jeder Dritte wünscht sich zudem die Möglichkeit, sich über sein Profil in den Business-Netzwerken Xing oder LinkedIn bewerben zu können. In punkto Active Sourcing sind Business-Netzwerke die Spitzenreiter in der Gunst der Kandidaten: 55,5 Prozent möchten beim deutschen Netzwerk Xing aktiv von Recruitern angesprochen werden, 39,3 Prozent von der internationalen Variante LinkedIn. Die Offenheit für Active Sourcing endet allerdings bei den klassischen Social Networks, die Bewerber lieber rein privat nutzen: Lediglich 15 Prozent möchten über Facebook aktiv von Recruitern angesprochen werden, auf Instagram nur 4,6 Prozent und bei Twitter nur 2,9 Prozent.

Video unbeliebt und wenig Berührungspunkte zu Recruitainment

Die Bewerber wurden auch zu ihrer Meinung im Hinblick auf Technologien im Bewerbungs- und Recruitingprozess befragt. Den Einsatz von Videos bei der Stellensuche empfindet die Mehrheit der Bewerber (80,4 Prozent) als weniger wichtig. Auch eine Bewerbung per Video lehnen die meisten Befragten ab, lediglich 21,4 Prozent sind dieser Bewerbungsform gegenüber positiv eingestellt.40.5 Prozent dagegen halten sie für unprofessionell und 38,2 Prozent finden sie zu zeitaufwendig und kostenintensiv.
Spielerische Elemente im Bewerbungsverfahren sind bislang noch nicht weit verbreitet. Entsprechend sind gut drei Viertel der Befragten noch nicht mit dem so genannten Recruitainment in Berührung gekommen. Wurden jedoch Recruitainment-Elemente genutzt, bewertet sie mehr als jeder Zweite (58,5 Prozent) positiv. Von den unter 29-Jährigen sind 63,2 Prozent dem Thema gegenüber positiv eingestellt, von den Älteren 52,4 Prozent.

Automatisierte Bewerbung stößt auf Ablehnung

Wenn es dagegen um die Automatisierung des Bewerbungs- und Auswahlprozesses geht, ist die Mehrheit der Befragten skeptisch. Fast zwei Drittel (64,1 Prozent) lehnen eine Automatisierung ab. Jeder zweite Bewerber setzt mehr Vertrauen in den Menschen als in eine Maschine: 50,3 Prozent glauben, dass Personalentscheider besser als ein Algorithmus bewerten können, ob ein Bewerber für eine bestimmte Stelle geeignet ist. 13,8 Prozent sehen schlicht keinen Vorteil in einer Automatisierung.

Noch Potenzial bei neuen Technologien

Jobstairs schließt aus den Befragungsergebnissen, dass neue Technologien im Bewerbungs-und Recruiting-Prozess noch nicht in der breiten Masse angekommen sind, aber Potenzial vorhanden sei. Wenn Unternehmen neue Technologien systematisch nutzten und Recruiting-Prozesse 4.0 böten, seien die Bewerber auch jederzeit bereit, eine Bewerbung 4.0 anzunehmen und umzusetzen.

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