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Deutsche Personaler dulden keine Kosmetik

Kosmetikutensilien: Pinsel, Puder und Lidschattenpalette
Darf’s ein wenig attraktiver sein? Deutsche und niederländische Personaler nehmen es Bewerbern sehr übel, wenn sie ihre Vita überschminken.
Foto: © Daria Minaeva/Fotolia.de

Damit sind die Recruiter in Deutschland strenger als die meisten ihrer europäischen Kollegen.

Personalentscheider in Deutschland legen großen Wert auf Ehrlichkeit, wenn es um den Lebenslauf von Bewerbern geht. Wer Tatsachen verschleiert oder schönt, etwa längere Arbeitslosigkeit mit einer Weltreise kaschiert oder bei seinen Fähigkeiten übertreibt, ist bei vielen Recruitern unten durch: 71 Prozent der HR-Manager haben schon einmal einen Bewerber aussortiert, nachdem falsche Angaben in der Vita aufgeflogen sind. Das ist im europäischen Vergleich der höchste Wert. Lediglich die Personaler in den Niederlanden zeigen sich derart konsequent bei Lügen im Lebenslauf.

Franzosen verzeihen Schönungen am ehesten

Etwas weniger streng urteilen HR-Manager in Belgien und der Schweiz, wo jeweils 68 Prozent bei falschen Informationen Bewerber aussortieren. Im Vereinigten Königreich verzichten 59 Prozent auf unehrliche Kandidaten. Am tolerantesten sind die HR-Führungskräfte in Frankreich: Dort zieht weniger als die Hälfte (46 Prozent) Konsequenzen, wenn Bewerber im Lebenslauf schummeln und sich besser darstellen als sie sind. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie im Auftrag von > Robert Half, für die 500 HR-Manager befragt wurden.

Bewerber schummeln am meisten bei Fachkompetenz und Berufserfahrung

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, in welchen Bereichen des Lebenslaufs Bewerber schon einmal wegen falscher oder übertriebener Angaben aufgeflogen sind. Mehr als jeder zweite Personaler in Deutschland (54 Prozent) nannte Fehlinformationen bei fachlichen Kompetenzen. An zweiter Stelle mit 50 Prozent steht Unehrlichkeit bei der Berufserfahrung. 39 Prozent der Manager gaben an, Kandidaten bereits bei der Schönung von Sprachkenntnissen erwischt zu haben. Es folgen falsche Angaben zu Aufgabenbereichen früherer Positionen (30 Prozent), Ausbildung, Abschlüssen und Qualifikationen (29 Prozent) und zur Führungskompetenz (28 Prozent).

Gehaltslügen vor allem in Deutschland und der Schweiz ein Fauxpas

Rund ein Fünftel (19 Prozent) der Studienteilnehmer hierzulande sagt, schon einmal Kandidaten wegen falscher Gehaltsangaben in früheren Jobs aussortiert zu haben – lediglich bei den Schweizern (22 Prozent) führt diese Lüge noch öfter zum Aus im Bewerbungsprozess. Darüber hinaus nannten die deutschen Personaler Praktika (15 Prozent) und Projektmanagementfähigkeiten (zwölf Prozent) als Bereiche des Lebenslaufs, in denen sie bei Kandidaten auf Unwahrheiten gestoßen sind.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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