Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Unternehmen wollen im ersten Quartal weiter einstellen

Panorama-Silhouette der Stadt München mit Funkturm und Olympiapark
In der bayrischen Landeshauptstadt sind Unternehmen am zuversichtlichsten, was die Beschäftigungsprognose im ersten Quartal 2019 betrifft.
Foto (CCO): pexels.com

Zwischen Januar und März dieses Jahres will rund jedes neunte Unternehmen in Deutschland sein Personal aufstocken. Der Beschäftigungs- ausblick fällt für Ostdeutschland positiver aus als für den Süden – abgesehen vom Ausreißer München. Bei den großen Firmen setzt sich die bisherige Einstellungswelle fort.

Für das erste Quartal 2019 planen elf Prozent der Unternehmen in Deutschland, neue Mitarbeiter einzustellen. 81 Prozent erwarten keine Änderung ihrer Personalsituation und sechs Prozent rechnen damit, Stellen abzubauen. Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick liegt für die Monate Januar bis März dieses Jahres relativ stabil bei plus acht Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist die Einstellungsbereitschaft um zwei Prozent gestiegen. Gemessen am letzten Quartal 2018, das den stärksten Wert seit sieben Jahren aufwies, ergibt sich eine leichte Abnahme um ein Prozent. Das zeigt das aktuelle ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer, für das 1003 Arbeitgeber in Deutschland befragt wurden.

München überholt Berlin

In München sind die Unternehmen am optimistischsten. Dort wollen 21 Prozent der Arbeitgeber neues Personal einstellen. 76 Prozent haben vor, die Belegschaft stabil zu halten und nur drei Prozent denken über einen Stellenabbau nach. Damit kommt die bayrische Landeshauptstadt auf einen Beschäftigungsausblick von plus 20 Prozent (jeweils neun Prozent mehr als im Vorquartal und im ersten Quartal 2018) und steht an der Spitze aller Regionen. Im Rest von Süddeutschland liegt der Beschäftigungsausblick jedoch nur bei plus fünf Prozent – vier Prozent weniger als im letzten Quartal und sechs Prozent weniger als im ersten Quartal 2018.
Die Hauptstadt Berlin fällt mit einem Beschäftigungsausblick von plus 16 Prozent – zehn Prozent weniger als vierten Quartal des vergangenen Jahres – auf den zweiten Platz zurück, nachdem sie in den letzten drei Quartalen noch vor München lag. Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 legte Berlin jedoch sieben Prozent zu. Aktuell planen 18 Prozent der Berliner Unternehmen Neueinstellungen, 77 Prozent wollen die Mitarbeiterzahl stabil halten. An dritter Stelle im Regionenvergleich folgt Frankfurt am Main mit einem Beschäftigungsausblick von plus zwölf Prozent, das entspricht einem Zuwachs von je einem Prozent gegenüber dem Vor- und dem Vorjahresquartal.

Ostdeutschland: Beschäftigungsausblick von plus zehn Prozent

Ostdeutschland steht mit einem Beschäftigungsausblick von plus zehn Prozent besser da als Süddeutschland insgesamt. Der Ausblick steigt um vier Prozentpunkte zum Vorquartal und um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwölf Prozent der Firmen wollen ihre Belegschaft aufstocken, 82 Prozent wollen sie stabil halten und sechs Prozent haben vor, sie zu reduzieren. Das Ruhrgebiet kommt auf einen Beschäftigungsausblick von plus acht Prozent, das sind fünf Prozent weniger als im letzten Quartal und im ersten Quartal 2018. Westdeutschland prognostiziert einen Zuwachs von vier Prozent und verliert damit zwei Prozent. Schlusslicht im ersten Quartal 2019 ist der Norden. Hier liegt der Beschäftigungsausblick nur bei drei Prozent, das entspricht einem Rückgang um drei Prozent im Vergleich zum Vorquartal und um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Lediglich sieben Prozent der Unternehmen planen, Personal einzustellen, während zehn Prozent ihre Mitarbeiterzahl verringern wollen.

Verarbeitendes Gewerbe am optimistischsten

Die Analyse nach Branchen zeigt, dass der Beschäftigungsausblick in acht von neun Branchen positiv ist, lediglich in der Land- und Forstwirtschaft liegt er mit minus sieben Prozent im negativen Bereich. Das verarbeitende Gewerbe ist mit einem erwarteten Plus von zwölf Prozent am optimistischsten. 17 Prozent der Arbeitgeber wollen einstellen, 74 Prozent planen keine Änderung und sechs Prozent wollen Personal abbauen. Auch die Baubranche kommt auf eine Prognose von plus zwölf Prozent, ebenso der Bereich Finanzindustrie und Unternehmensdienstleistungen, allerdings ist der Anstieg hier weniger hoch und gegenüber dem starken letzten Quartal verlieren beide Branchen sogar leicht. Die Versorger im Bereich Strom, Gas und Wasser vermelden einen Zuwachs von neun Prozent, doch im Vergleich zum Vor- und zum Vorjahresquartal müssen sie Abstriche machen und gehören damit zu den größten Verlierern. Trotz Verlusten gegenüber dem vierten Quartal 2018 sind auch die Prognosen der Minenindustrie, der öffentlichen Wirtschaft und der Logistikbranche positiv. Der Ausblick im Groß- und Einzelhandel bleibt gegenüber dem vierten Quartal 2018 unverändert und fällt um Vergleich zum Vorjahresquartal drei Prozent niedriger aus.

Großunternehmen: höchste Einstellungsbereitschaft seit 2003

Großunternehmen haben mit einem Beschäftigungsausblick von plus 42 Prozent die optimistischsten Einstellungserwartungen. Damit verzeichnen die Konzerne seit 2003 den höchsten Wert. 37 Prozent der Firmen wollen im ersten Quartal 2019 Mitarbeiter einstellen. Der deutsche Mittelstand prognostiziert ein Plus von 23 Prozent. Ebenfalls 23 Prozent der Unternehmen haben vor, zwischen Januar und März 2019 neues Personal zu rekrutieren. In kleinen Betrieben liegt der Beschäftigungsausblick bei plus 13 Prozent und 15 Prozent wollen ihre Belegschaft vergrößern.

Weitere Informationen über das Arbeitsmarktbarometer gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.