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Acht von zehn Unternehmen erwarten von Absolventen Praxiserfahrung

Junger Mann hält Zettel hoch, auf dem
Berufsanfänger im IT-Bereich sowie in Finanz- und Rechnungswesen können punkten, wenn sie schon im Studium Berufserfahrung gesammelt haben.
Foto: © gustavofrazao/StockAdobe

Im IT-Sektor halten es 42 Prozent der Personalentscheider für wichtig, dass Absolventen bereits während der Studienzeit Berufserfahrung gesammelt haben. Weitere 41 Prozent finden dies sogar sehr wichtig. 14 Prozent sagen, solche Erfahrungen seien ebenso wichtig wie andere Fähigkeiten und nur zwei Prozent sind der Meinung, Berufspraxis vorab sei nicht sehr relevant oder überhaupt nicht wichtig. Im Finanz- und Rechnungswesen sieht es ähnlich aus: 79 Prozent der Personaler geben an, dass sie Berufserfahrung schon während des Studiums als wichtig (49 Prozent) oder sehr wichtig (30 Prozent) einstufen. Für 17 Prozent ist die Praxiserfahrung von Absolventen ebenso relevant wie andere Fähigkeiten. Lediglich fünf Prozent sind der Ansicht, sie sei für Berufsanfänger nicht sehr wichtig oder überhaupt nicht relevant. Das geht aus der Arbeitsmarktstudie 2019 im Auftrag von > Robert Half hervor. Dafür wurden im Dezember des letzten und im Januar dieses Jahres 200 CFOs und 200 CIOs/CTOs befragt.

Laut Sandra Ramsauer, Senior Manager bei Robert Half, ist ein Nebenjob, der nah am Studienfach liegt, “das perfekte Karrieresprungbrett”. Gut geleistete Arbeit in einem Werkstudentenjob bringe “im besten Fall sogar ein Angebot, nach dem Studium in einer Festanstellung in der Firma zu beginnen.”

Jeder dritte CIO/CFO schätzt IT-Kenntnisse über das Studium hinaus

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, welche Erfahrungen und Fähigkeiten sie bei der Einstellung von Absolventen am meisten schätzen. Software- und Technologiekenntnisse, die Berufsanfänger während des Studiums erworben haben, wurden am häufigsten genannt: im IT-Sektor von 35 Prozent der Personaler und im Finanz- und Rechnungswesen von 28 Prozent. Die bisherige Berufserfahrung steht an zweiter Stelle mit 20/22 Prozent.

Die universitäre Ausbildung kann oft bei der Geschwindigkeit der Veränderungen im IT-Bereich nicht mithalten. Diese Lücke können Studierende mit dem richtigen Nebenjob schließen,

so Ramsauer. Gleichzeitig könnten sie in der Zusammenarbeit mit den Kollegen und Vorgesetzten ihre Soft Skills ausbauen.

Neben Berufserfahrung während des Studiums erwarten Personalverantwortliche auch Soft Skills

18 Prozent der befragten Personalverantwortlichen im IT-Sektor und 22 Prozent im Bereich Finanz- und Rechungswesen geben an, dass sie bei Berufsstartern besonders auf zwischenmenschliche Fähigkeiten und soziale Kompetenz wie Kommunikations- und Teamfähigkeit Wert legen. Der Hochschulabschluss an sich rangiert auf Platz vier mit 18/13 Prozent. Darüber hinaus schätzen es 8/16 Prozent der Personaler, wenn Berufsanfänger Geschäftssinn mitbringen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.