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Mehrheit der Unternehmen plant stabile Personaldecke fürs dritte Quartal

Mehrere Baukräne vor blauem Himmel
Am positivsten ist der Beschäftigungsausblick derzeit in der Baubranche.
Foto: © Michael Rosskothen/Fotolia.de

In den kommenden drei Monaten will circa jeder achte Arbeitgeber (zwölf Prozent) hierzulande neues Personal einstellen. Damit bleibt die Einstellungsbereitschaft im Vergleich zum Vorquartal gleich; gegenüber dem dritten Quartal 2017 ergibt sich ein Anstieg um zwei Prozent. 85 Prozent der Unternehmen wollen ihre Personaldecke stabil halten. Von den Großunternehmen planen 39 Prozent Neueinstellungen für das kommende Quartal, bei den mittelgroßen Firmen sind es 30 Prozent und bei den kleinen Betrieben 14 Prozent. Allerdings schwächt sich der Boom bei den großen und mittelgroßen Firmen gegenüber dem aktuellen Quartal leicht ab. Dies sind Ergebnisse des Arbeitsbarometers der ManpowerGroup für das dritte Quartal 2018, für das 1014 Arbeitgeber in Deutschland befragt wurden.

Bester Beschäftigungsausblick in der Baubranche

Der Nettobeschäftigungsausblick ist in allen neun untersuchten Branchen positiv. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Baubranche. Mehr als jede vierte Firma in diesem Sektor (27 Prozent) plant Neueinstellungen zwischen Juli und September. Der Beschäftigungsausblick liegt bei 19 Prozent – der höchste Wert seit 2003. Im Vorquartal lag der Wert bei 15, seit dem dritten Quartal 2017 stieg er um 17 Prozent. Ebenfalls positiv entwickelt sich die Groß- und Einzelhandelsbranche mit einem saisonbereinigten Nettobeschäftigungsausblick von acht Prozent; seit 2013 war der Wert nicht so hoch.

Abgeschwächter Boom bereits in einigen Branchen spürbar

Auch wenn die meisten Unternehmen in Deutschland noch eher zuversichtlich in die nahe Zukunft schauen, schwächt sich der positive Trend leicht ab. In den ersten Monaten dieses Jahres habe sich das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone bereits abgekühlt, vor allem in großen Volkswirtschaften wie Deutschland zeige sich ein schwächeres Bruttoinlandsprodukt, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. In anderen Branchen zeige es sich bereits, dass die Luft an der Spitze des Booms dünner werde, so die Studie.

Laut Studie verliert die Branche Verkehr, Logistik und Kommunikation neun Prozent; der Nettobeschäftigungsausblick für das kommende Quartal liegt bei einem Prozent und damit gerade noch im positiven Bereich. Auch sind die Unternehmen gespalten zwischen guter Stimmung und Verunsicherung: Während 15 Prozent der Arbeitgeber vermehrt Mitarbeiter einstellen wollen, haben 13 Prozent vor, Personal abzubauen. Die Energie- und Versorgungsbranche verliert gegenüber dem zweiten Quartal sechs Prozent auf einen Nettobeschäftigungsausblick von vier Prozent. Auch die bisher boomende Branche Finanzwirtschaft, Immobilien, Versicherungen und Unternehmensdienstleistungen verliert leicht um ein Prozent auf sieben Prozent, im Vergleich zum Vorjahr sind es sogar vier Prozent weniger. Damit kommt die Finanz- und Unternehmensdienstleistungswirtschaft auf den schlechtesten Wert seit 2016.

Berlin noch Spitzenreiter, doch mit Verlusten

Die Studie hat außerdem den Nettobeschäftigungsausblick nach Städten und Regionen untersucht. Danach ist Berlin Spitzenreiter mit 14 Prozent. Der positive Trend in der Hauptstadt lässt jedoch nach, denn im zweiten Quartal waren es noch 18 Prozent. An zweiter Stelle steht Frankfurt am Main mit elf Prozent, ebenfalls vier Prozent weniger als dieses Quartal. Auf dem dritten Platz liegt München mit einem saisonbereinigten Beschäftigungsausblick von sieben Prozent; was jedoch auch hier eine Abnahme bedeutet, denn von April bis Juni waren es noch zwölf Prozent.

Ruhrgebiet und östliche Bundesländer legen zu

Einen positiven Ausblick gegenüber dem derzeitigen Quartal gibt es im Ruhrgebiet und in den östlichen Bundesländern. Im Ruhrgebiet steigt der Nettobeschäftigungsausblick in den nächsten drei Monaten von drei auf sechs Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreswert ist dies sogar ein Zuwachs von acht Prozent. Der Osten gewinnt im Vergleich zum Vorquartal zwei Prozent und erreicht sechs Prozent – ein Gewinn von sieben Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2017. Ostdeutschland profitiere stärker als der Westen von gut ausgebildeten Zuwanderern, die in vielen Berufen die Bewerberlücke schließen und die dortige Wirtschaft beflügeln, erklärt Herwarth Brune die Entwicklung.

Die detaillierten Ergebnisse des Arbeitsmarktbarometers stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.