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Direkte Kandidatenansprache wird wichtiger

Immer mehr Unternehmen setzen im Recruiting auf Active Sourcing via Social Media.
Bild (CCO): pexels.com
Immer mehr Unternehmen setzen im Recruiting auf Active Sourcing via Social Media.
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Heute möchte etwas mehr als die Hälfte (51,4 Prozent) der Jobsuchenden und Karriereinteressierten lieber von Unternehmen angesprochen werden, als sich zu bewerben. Das sind 11,5 Prozent mehr als vor sieben Jahren. Ein Viertel der Kandidaten ist sogar bereit, für eine bessere Sichtbarkeit in Karrierenetzwerken oder Lebenslaufdatenbanken zu bezahlen. Active Sourcing gewinnt auch bei den Unternehmen an Bedeutung, da sie mit der direkten Ansprache auch passive Kandidaten erreichen können. Inzwischen ist Active Sourcing bereits bei 40 Prozent der Unternehmen, auch im Mittelstand, Bestandteil im Recruiting-Mix. Das geht aus der Untersuchtung “Active Sourcing & Social Recruiting” hervor, einer Teilstudie der aktuellen Studienreihe “Recruiting Trends 2017” von Monster. Dafür wurden die Top 1000 Unternehmen und die 1000 größten Unternehmen aus dem Mittelstand in Deutschland befragt.

Einsatz von Social Media im Recruiting nimmt zu

Wer auf Active Sourcing setzt, muss gut vernetzt und in allen relevanten Kanälen aktiv sein, vor allem in den Sozialen Medien und Business-Netzwerken. Gerade jüngere Kandidaten sind gut über Social Media zu erreichen. Derzeit stimmen 40,5 Prozent der mittelständischen Unternehmen den Einsatz von Social Media mit anderen Personalbeschaffungsaktivitäten ab – dreimal so viele wie im Jahr 2014. Sieben von zehn Arbeitgebern sagen, sie wüssten um die Bedeutung Sozialer Medien in der Personalbeschaffung und bewerten deren Nutzung als positiv. Das gilt auch für die Zielgruppe selbst: Zwei Drittel der Millennials finden es gut, wenn Unternehmen bei Xing, LinkedIn, Facebook und Co. aktiv sind. Übrigens setzen heute 75 Prozent der Jobsuchenden auch auf externe Lebenslaufbanken. Hier sind jedoch bislang erst 4,3 Prozent der Unternehmen aktiv. Auch sind laut Studie die Potenziale der Digitalisierung bei den Suchprozessen noch nicht flächendeckend ausgeschöpft.

Nachholbedarf bei der Kommunikation

In Zusammenhang mit Active Sourcing und Social Media wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich positiv darzustellen, um Jobinteressierte zu überzeugen. Diese setzen sich heute auch intensiver mit den Werten, der Unternehmenskultur und den Angeboten der Arbeitgeber auseinander. Entsprechend kommt es bei der Kontaktaufnahme und Ansprache auch auf die Kommunikation an, die möglichst individuell sein sollte, so Monster, denn standardisierte Kontaktanfragen oder Textbausteine würden schnell entlarvt. In der Praxis hakt es aber bisweilen noch an der Kommunikation: Zwei von zehn der Top 1000 Unternehmen passen die direkte Ansprache nur geringfügig an die Kandidaten an. Außerdem fühlen sich 27,9 Prozent der Kandidaten genervt, wenn die Ansprache in keinem guten Stil erfolgt; vor allem männliche Adressaten beklagen sich darüber.

Matching-Technologien – beliebt, aber oft noch ungenutzt

Geht es dann direkt um die Bewerbervorauswahl, sind Matching-Technologien bei den Unternehmen topaktuell. Zwei Drittel der Unternehmen und 35,5 Prozent der Kandidaten schätzen an der automatisierten Auswahl, dass sie besonders diskriminierungsfrei ist. Die Umsetzung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen: Nur 7,9 Prozent der Top 1000 Unternehmen nutzen bislang die algorithmengesteuerte Auswahl.

Diese und die weiteren Teilstudien der Studie “Recruiting Trends 2017” stehen > hier zum Download bereit.