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Employer Brand Experience (EB:X): Individuell das eigene Programm zusammenstellen

Das Craft-Brauhaus
Das Craft-Brauhaus “Altes Mädchen” in den Hamburger Schanzenhöfen versprühte eine rustikale Gastlichkeit. Bier wurde übrigens schon ab mittags gezapft. Fotos: Spring Messe Management

Nutzenversprechen: Zwei Tage, 30 Experten, vier Themenrouten und sieben interaktive Formate, bei denen der Austausch im Fokus steht. Jeder Teilnehmer soll zwischen frontalen und interaktiven Formaten “seine” persönliche Employer Branding Journey gestalten können.

Veranstalter: DEBA und Spring Messe Management. Eine neuartige Zusammenkunft, die auf dem Papier durchaus Sinn ergibt: Die DEBA versteht etwas von Employer Branding, Spring bringt Veranstaltungs-Expertise mit. Zum Start lassen Wolf Reiner Kriegler (Gründer und Geschäftsführer, DEBA) und Ralf Hocke (Geschäftsführer, Spring Messe) im T-Shirt die Konfettikanone knallen, mit durchaus hohem Anspruch: “Wir wollen das hier als neuen Employer-Branding-Treffpunkt etablieren.”

Location: Besser geht’s nicht. Das Craft-Brauhaus “Altes Mädchen” in den Hamburger Schanzenhöfen steht für urbane Gastlichkeit, die vier unterschiedlich großen Workshopräume (mit einladenden Namen wie “Stammtisch” oder “Degustationsraum”) scharen sich direkt um den lichtdurchfluteten Innenhof, der im echten Leben Biergarten ist. Die Sonne spielt mit, und ja, ab mittags zapfen sie Bier. Was soll man sagen?

Programm: Keine Frage: 30 Stunden Programm sind bemerkenswert und vielfältig. Sehr vielfältig. Womöglich: zu vielfältig. Es gehört inzwischen zum guten Ton, zig Slots parallel zu fahren – das garantiert Abwechslung, nicht aber Orientierung. Hierfür sollen bei der EB:X ein Farbcode und unterschiedliche Formattitel (Deep Dive, DIY-Session, Inspire, Case Walk, und, und, und) sorgen. Ein System lässt sich aber nicht intuitiv herauslesen – leider auch nicht nach Rücksprache mit den Bierbanknachbarn. Löblich aber: Hier hat man sich wirklich Gedanken gemacht, wie man Experten und Teilnehmer vernetzen, ins Gespräch und damit inhaltlich nach vorne bringen kann. Diesen guten Ansatz könnte man für weitere Anlässe etwas sortieren und fokussieren. Manchmal ist weniger mehr.

Publikum: Offiziell sind an den beiden Tagen rund 100 Teilnehmer vor Ort – ein knappes Drittel davon Experten aus dem Programm und Nominierte der Wahl zum “Employer Brand Manager of the Year”, auch aber jede Menge Recruiter und Personalmarketeers aus verschiedensten Unternehmen. Die Mischung passt, man kommt vom Start weg in den Austausch, gute Diskussionen ohne Scheu. Angenehme, versierte Truppe.

Highlight: Im mehr oder weniger klassischen Frontalformat mit knapp 20 Leuten am “Stammtisch” überzeugt Tom Korn, der frisch von der Leber weg, aber mit strategischem Horizont vom Kulturwandel bei der Otto Group berichtet. Am zweiten Tag Gelegenheit zum intensiven Austausch mit acht Fallgebern beim Networking-Brunch. Warum die Verleihung der “Employer Brand Manager of the Year”-Awards abseits der Haupt-Location im Rahmen der Messe “Zukunft Personal Nord” stattfindet, bleibt unklar. Warum nicht im heimeligen Brauerei-Innenhof?

Nächster Halt: Wien, 13. und 14. November 2018; Hamburg, 7. und 8. Mai 2019

Preis: 749 Euro plus MwSt. und Xing-Ticketgebühren (Early-Bird-Tarif bis Ende Januar 2019)

Fazit: Die EB:X geht mit viel Herzblut und ein bisschen Hochmut an den Start. Gepaart mit organisatorischer Professionalität und inhaltlicher Expertise, stimmt diese Mischung für Recruiter, die an Markenbildung und Organisationsentwicklung interessiert sind und sich austauschen wollen. Sehr viel programmatischer Inhalt – etwas mehr Struktur und Stringenz täten gut. Aber: Man muss ja nicht alles in der Session mitbekommen, auch im persönlichen Dialog kann man lernen. Und der ist hier sehr gut möglich.

Ist Chefredakteur der Personalwirtschaft. Er ist unter anderem spezialisiert auf die Themen Organisationsentwicklung, Unternehmenskultur, Innovations- und Veränderungsmanagement.