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Ein Profil wie das andere

In LinkedIn-Profilen beschreiben sich Berufstätige meist mit den gleichen Schlagworten und heben sich dadurch nicht von anderen ab.
Bild: © kritchanut/Fotolia.de
In LinkedIn-Profilen beschreiben sich Berufstätige meist mit den gleichen Schlagworten und heben sich dadurch nicht von anderen ab.
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– wobei gerade Letzteres angesichts des inflationären Gebrauchs der immer gleichen Begriffe nicht gerade überzeugt.

Über Führungsqualität verfügen anscheinend alle Berufstätigen: Diese Selbstbeschreibung war 2015 die am meisten verwendete Selbstzuschreibung in den Nutzerprofilen des Business-Netzwerks LinkedIn, und zwar sowohl in Deutschland als auch weltweit. Auf Platz zwei der Top Ten der meistgenutzten Schlagwörter hierzulande folgt “strategisch”, an dritter Stelle liegt “motiviert”, an vierter “kreativ” und auf dem fünften Platz “Expertenwissen”. Das fand das Businessnetzwerk LinkedIn nach einer Untersuchung seiner weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer-Profile heraus.

Alle sind motiviert, engagiert und erfolgreich

Auf den Rängen fünf bis zehn der am häufigsten verwendeten Schlagworte in Deutschland finden sich “Leidenschaft”, “verantwortungsvoll”, “Erfolgsgeschichte”, “erfolgreich” und “engagiert”. Damit wirken viele Profile gleichförmig und austauschbar, von Individualität ist kaum etwas zu sehen. Unter den zehn international am häufigsten angegebenen Merkmalen finden sich acht der auch in Deutschland verwendeten Schlagworte. Es fehlen “Expertenwissen” und “verantwortungsvoll”, stattdessen führen die User “umfangreiche Erfahrung” und “hingebungsvoll” an.

Was tun, sollten die Nutzer nun die am meisten überstrapazierten Begriffe aus ihren Profilen entfernen? Alexandra Kolleth, Mitglied der LinkedIn-Geschäftsleitung Deutschland, Österreich, Schweiz, rät nicht unbedingt dazu, gibt aber eine Empfehlung:

Mitglieder sollten, um sich vom Wettbewerb abzuheben, aber immer auch gute Belege für ihre Beschreibung liefern. Erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Empfehlungen, die auf eine bestimmte Eigenschaft Bezug nehmen, bieten sich hier an.

Kolleth rät den Nutzern außerdem dazu, detailliert ihre Expertise aufzuführen und ihren beruflichen Werdegang abzubilden. Aufgeführte Fähigkeiten können, wenn möglich, von Kontakten auf LinkedIn bestätigt werden. Nichts sorge für mehr Glaubwürdigkeit als Bestätigung durch Dritte, so Kolleth.

Kleine Varianten je nach Berufsgruppen

Je nach Beruf gibt es feine Unterschiede in den Selbstbeschreibungen: So sind hierzulande Marketingfachleute stets kreativ, Vertriebsspezialisten arbeiten immer strategisch und Personaler besitzen Führungsqualitäten. Studenten dagegen bezeichnen sich am liebsten als “motiviert”.

Wer sein eigenes Profil aufpolieren und individualisieren möchte, findet > hier dazu einige Beispiele.