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Erhöhte Ansprüche auf allen Seiten

Vertriebsprofis haben Ingenieuren den Rang der gefragtesten Fach- und Führungskraft abgelaufen. Jedes fünfte europäische Unternehmen (22 Prozent) sucht verstärkt nach ihnen. Es folgen Ingenieure mit 18 Prozent. Das liegt vor allem auch daran, dass sie vermehrt in Vertrieb und Management eingesetzt werden. Aufgrund fortschreitender Technologisierung und wachsender Expertise des Einkaufs, müssen Vertriebler mittlerweile über deutlich höhere Produktkenntnisse verfügen. So deutet Jan Müller von Korn Kerry Futurestep die aktuelle Studie, in der weltweit 1.100 Unternehmen befragt wurden.

In Asien sind neben Vertriebsspezialisten auch Spezialisten für Forschung und Entwicklung gefragt (beide 22 Prozent). Unternehmen in Nord- und Südamerika brauchen vor allem IT-Profis (23 beziehungsweise 24 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, dass es im Vergleich zum Vorjahr schwieriger geworden ist, qualifizierte Kandidaten zu finden (54 Prozent). Nur der Markt für Betriebswirte und Kaufleute zeigt sich weltweit für Recruiter als unproblematisch.

Gestiegene Ansprüche der Arbeitnehmer

Thema Nummer eins für das Recruiting weltweit sind neuartige Fähigkeiten in einem sich schnell verändernden Markt. Auch die Gig Economy steht auf der Agenda: 41 Prozent der Unternehmen nutzen die gebotenen Möglichkeiten durchgängig oder bei Bedarf. Aber nicht nur der Anspruch an die Expertise der Arbeitnehmer ist gestiegen, sondern ebenso die Ansprüche dieser an ihren Arbeitgeber. So sind für Kandidaten vor allem Unternehmenskultur (21 Prozent) und Unternehmenswerte (20 Prozent) relevant. Gehalt landet mit sechs Prozent auf vorletztem Platz. Jan Müller von Korn Ferry Futurestep erklärt sich das so: “Um die besten Talente zu bekommen, müssen Arbeitgeber heute neue Anforderungen der Bewerber erfüllen. Gehalt ist da ein Hygienefaktor.” Das wissen auch die Unternehmen und sehen in fünf Jahren zu 27 Prozent vor allem flexibles Arbeiten als ausschlaggebendes Argument im Recruiting. Jan Müller gibt Recruitern zu bedenken: “Ihre Kandidaten sind anspruchsvoller geworden. Sie wissen um ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt und fordern darum mehr von ihren Arbeitgebern. Am Ende gilt nach wie vor: Gute Leute fordern gutes Geld.”