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Erstes Halbjahr 2021: 18 Prozent mehr Jobinserate als im Vorjahreszeitraum

Jobangebote
Auf dem Arbeitsmarkt ging es den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut einer Analyse wieder aufwärts. Foto: © Zerbor-stock.adobe.com

Im ersten Quartal 2021 nahm die Zahl der ausgeschriebenen Stellen hierzulande kontinuierlich zu. Nach einem Rückgang im April setzte sich dieser Trend weiter fort. Bis einschließlich Juni lag die Zahl der Inserate um knapp ein Fünftel höher als im Vorjahreszeitraum, dem Beginn der Corona-Krise. Mehr als ein Drittel der Jobangebote kam von Personaldienstleistern.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der veröffentlichten Jobangebote in Deutschland von 860.841 auf 1.123.902 an. Im April gab es einen Einbruch und das Angebot ging auf 992.766 zurück, nahm danach jedoch wieder stetig zu und erreichte im Juni 1.089.215 Stelleninserate. Damit schrieben Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in den ersten sechs Monaten 650.000 mehr Jobs aus im ersten Halbjahr 2020 – das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent. Insgesamt 413.000 Arbeitgeber suchten neue Mitarbeiter und investierten 1,7 Milliarden Euro in die Veröffentlichung ihrer Stellenanzeigen. Das zeigt die neueste Auswertung von Index Research, für die in der Stellendatenbank “Index Anzeigendaten” die Jobinserate von 193 Printmedien, 217 Jobbörsen, rund 125.000 Unternehmenswebsites und der Bundesagentur für Arbeit analysiert wurden. Inwiefern und wie stark sich die Entwicklung des Jobmarkts gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorkrisenjahr 2019 darstellt, geht aus der Analyse nicht hervor. Nach Anscht von Jürgen Grenz, CEO der Index Gruppe, stehen die Zeichen in der Wirtschaft auf Wachstum. Arbeitgeber in ganz Deutschland suchten für den Aufschwung neues Personal, so Grenz.

Personaldienstleister, Handel und Industrie bei Jobinseraten vorn

Die meisten Inserate von Januar bis Juni 2021 kamen von Personaldienstleistungen; sie schrieben insgesamt 1,5 Millionen Stellen aus. Es folgten der Handel mit 491.000 Ausschreibungen und die Industrie mit 474.000 Jobinseraten. Die Branche mit den Arbeitgebern, die die meisten Stellenanzeigen schalteten, war der Handel: 65.000 Unternehmen suchten Personal. Am zweithäufigsten mit 57.000 Unternehmen fragten Arbeitgeber des Gesundheitssektors neue Mitarbeiter nach. Die Industrie mit 53.000 rekrutierenden Unternehmen nahm den dritten Platz ein.

Fachkräfte aus Bauwesen und Handwerk am häufigsten gesucht

Von den gesuchten Mitarbeitern waren im ersten Halbjahr 2021 Fachkräfte aus Bauwesen, Handwerk und Umwelt am meisten gefragt; auf sie entfielen 884.848 Stellenanzeigen. Für technische Berufe, etwa Ingenieure und Architekten, wurden mit 712.578 Jobangeboten die zweitmeisten Stellen geschaltet. Mitarbeiter aus Ärzte- und Pflegeberufen wurden mit 577.222 Stelleninseraten am dritthäufigsten gesucht. Zum Vergleich: Für Mitarbeiter im Personalwesen veröffentlichten die Unternehmen hierzulande 88.653 Jobinserate. Berufsübergreifend richteten sich 29 Prozent und damit die meisten Stellenangebote an Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung. Ein Sechstel (16,5 Prozent) der Jobs war für Fachkräfte mit akademischer Bildung ausgeschrieben.

NRW, Bayern und Baden-Württemberg boten die meisten Stellen an

Die Auswertung nach Regionen zeigt, dass sich die Nachfrage nach Fachkräften je nach Bundesland stark unterscheidet. Die meisten Stellen schrieb das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrheinwestfalen mit 18,8 Prozent aller Jobinserate aus, dicht gefolgt vom wirtschaftlich starken Bayern mit 18 Prozent und mit etwas Abstand vom ebenfalls wirtschaftlich gut dastehenden Baden-Württemberg mit 14,7 Prozent. Damit wurden in diesen drei Ländern während des ersten Halbjahrs insgesamt mehr als die Hälfte aller Stellen (51,5 Prozent) ausgeschrieben. Im Städtevergleich rangieren bei den Jobinseraten Berlin (6,9 Prozent), München (vier Prozent), Hamburg (3,8 Prozent), Frankfurt am Main (2,3 Prozent) und Köln (2,1 Prozent) vorn.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.