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Erwerbstätigenquote steigt mit jedem Aufenthaltsjahr

Die Erwerbstätigkeitsquote von Flüchtlingen steigt mit jedem Jahr ihres Aufenthalts an.
Foto: © Volker Witt/Fotolia.de
Die Erwerbstätigkeitsquote von Flüchtlingen steigt mit jedem Jahr ihres Aufenthalts an.
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Häufig ist von ausländerfeindlicher Seite zu hören, Flüchtlinge würden das deutsche Sozialsystem ausnutzen. Betrachtet man jedoch die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt, zeigt sich, dass sie durchaus zum Sozialsystem beitragen: Von den 2015 zugezogenen Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter waren in der zweiten Jahreshälfte 2016 zehn Prozent erwerbstätig, von den 2014 eingewanderten 22 Prozent und von den 2013 zugezogenen 31 Prozent. Nach drei Jahren geht also bereits fast jeder Dritte einer beruflichen Tätigkeit nach. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie, die das IAB gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) durchgeführt hat. Für die repräsentative Untersuchung wurden mehr als 4 800 Geflüchtete befragt.

Die Daten der IAB-Studie decken sich weitgehend mit der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach stieg die Erwerbsbeteiligung der Flüchtlinge aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien zwischen Anfang 2015 und Ende 2016 um zwölf Prozent.

Nach fünf Jahren Erwerbstätigenquote von 50 Prozent realistisch

Aufgrund der Studienergebnisse und anderer Statistiken halten es die Arbeitsmarktforscher des IAB für realistisch, dass die Erwerbstätigenquote der Geflüchteten in Deutschland nach fünf Jahren bereits 50 Prozent beträgt.

Schweden, das pro Einwohner noch mehr Geflüchtete als Deutschland aufgenommen hat, weist ähnliche Integrationserfahrungen auf. Dort liegt die Beschäftigungsquote männlicher Flüchtlinge, die zwischen einem und fünf Jahren im Inland sind, im Durchschnitt etwa 33 Prozent; bei weiblichen beträgt sie etwa 18 Prozent. Für Geflüchtete, die zwischen sechs und zehn Jahren in Schweden sind, hat die Beschäftigungsquote im Schnitt rund 55 Prozent bei den Männern und 45 Prozent bei den Frauen erreicht.

Für die IAB-Studie wurden vergütete Praktika mitgezählt. Bezieht man die Praktika und geringfügige Beschäftigung nicht mit ein, waren im zweiten Halbjahr 2016 von den 2015 zugezogenen Geflüchteten fünf Prozent, von den 2014 zugezogenen 13 Prozent und von den 2013 zugezogenen 21 Prozent erwerbstätig. Die Studienautoren weisen jedoch daraufhin, dass sich mehr als die Hälfte der 2015 zugezogenen Geflüchteten zum Befragungszeitpunkt noch in den Asylverfahren befanden; die übrigen hatten die Asylverfahren gerade abgeschlossen.

Die Studie “Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Deutschland: Der Stand zum Jahresbeginn 2017” steht zum > Download bereit.