Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

EU-Ausländer und Schulabbrecher in die Truppe

In Zukunft soll es nicht nur Deutschen, sondern auch EU-Ausländern möglich sein, bei der Bundeswehr zu dienen. Foto: © Jörg Hüttenhölscher/Fotolia.de
In Zukunft soll es nicht nur Deutschen, sondern auch EU-Ausländern möglich sein, bei der Bundeswehr zu dienen. Foto: © Jörg Hüttenhölscher/Fotolia.de

Seit die Wehrpflicht in Deutschland vor fünf Jahren abgeschafft wurde, ist die Zahl der Soldaten in der Bundeswehr stark zurückgegangen. Im Juni dieses Jahres waren es nur noch rund 166 000 Berufs- und Zeitsoldaten, so wenig wie noch nie. Die neue Personalstrategie soll dafür sorgen, dass die Bundeswehr als wettbewerbsfähiger, moderner und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Schulabbrecher als Zeitsoldaten, mehr Frauen und Quereinsteiger

Zum Konzept des 30-seitigen Papiers “Personalstrategie der Bundeswehr” gehört, dass künftig auch Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss bei der Bundeswehr eine Chance bekommen. Wenn sie sich als Zeitsoldat verpflichten, sollen sie den Abschluss parallel nachholen können. Zeitsoldaten sollen sich bis zu 25 Jahre verpflichten. Aber auch Hochqualifizierte sollen vermehrt angeworben werden, ebenso über 30-jährige Quereinsteiger, die bislang nicht mehr als Feldwebelanwärter anfangen können. Laut dem Strategiepapier, über das zunächst vorab das “Handelsblatt” berichtete, möchte die Bundeswehr außerdem verstärkt IT-Spezialisten rekrutieren. Auch mehr Frauen sollen angeworben werden. Darüber hinaus will die Bundeswehr mit mehr Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten mehr Anreize schaffen. “Alle Bewerber sollen die Bundeswehr qualifizierter verlassen, als sie gekommen sind”, heißt es im Strategiepapier.

Bundeswehr will sich ausländischen EU-Bürgern öffnen

Auf großen Widerstand in der Truppe selbst stößt ein weiterer Punkt des Strategiepapiers. Darin heißt es, die Bundeswehr werde die Möglichkeiten “der Öffnung für EU-Staatsbürger als Soldaten” prüfen. Seit 61 Jahren ist es nicht möglich, ohne deutschen Pass in die Bundeswehr einzutreten. Das soll sich nach dem Wunsch der Verteidigungsministerin nun ändern; von der Leyen kündigte an, dass dafür die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen würden.

Protest aus den eigenen Reihen

Der Bundeswehrverband, die größte Interessenvertretung der Soldaten, lehnte eine solche Öffnung schon vor ein paar Monaten “wegen des besonderen gegenseitigen Treueverhältnisses von Staat und Soldat” ab. Gestern entgegnete Ursula von der Leyen öffentlich: “Es ist nicht die Nationalität, der Pass, der uns eint in der Bundeswehr, sondern es ist der Eid, der gesprochen wird.” Dieser Eid beziehe sich auf die Verteidigung des Friedens und der Freiheit Deutschlands. “Das eint uns”, sagte von der Leyen.

Sie wollen uns die Meinung sagen?
Nur zu!
Jetzt Feedback geben & Prämie erhalten »
Sie wollen uns die Meinung sagen?
Nur zu!
Jetzt Feedback geben & Prämie erhalten »