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Jedes zweite Unternehmen hat Probleme bei der Stellenbesetzung

Wie Verkehrsschild gestaltetes Schild mit Aufschrift
Die Industrie ist laut einer DIHK-Studie die Branche, die am zweithäufigsten vom Mangel passender Bewerber betroffen ist.
Foto: © bluedesign/StockAdobe

2017 sagten noch 47 Prozent der Unternehmen in Deutschland, dass sie Probleme hatten, genügend Personal zu finden. Im letzten Jahr gab rund die Hälfte (49 Prozent) an, offene Stellen längerfristig nicht besetzen zu können, weil keine passenden Arbeitskräfte gefunden würden – trotz eingetrübter Geschäftserwartungen. Nach Ansicht des stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sind die hohe Fachkräftenachfrage und die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung angesichts der zunehmenden Entkopplung von Konjunkturverlauf und Personalnachfrage “besonders bemerkenswert”. Für den aktuellen Arbeitsmarktreport wurden mehr als 23 000 Unternehmen befragt.

Baubranche besonders stark von fehlenden Bewerbern betroffen

Einige Wirtschaftszweige sind laut Umfrage stärker vom Fachkräftemangel getroffen als andere. So suchten in der Baubranche letztes Jahr 61 Prozent der Unternehmen vergeblich nach passenden Mitarbeitern. In der Industrie gab dies gut jede zweite befragte Firma (53 Prozent) an. Dort fehlte es besonders in technikorientierten Bereichen wie dem Werkzeugmaschinenbau an qualifizierten Bewerbern. Im Dienstleistungsbereich sagten 49 Prozent der Unternehmen, dass sie Probleme mit der Stellenbesetzung hatten; im Handel waren es 40 Prozent. Die Probleme, Vakanzen zu besetzen, waren bei mittelständischen Betrieben am größten. Besonders stark zugenommen haben die Schwierigkeiten allerdings in großen Unternehmen.

Probleme beim Recruiting Geringqualifizierter besonders gestiegen

Von den Unternehmen mit Stellenbesetzungsschwierigkeiten suchte rund jedes zweite (49 Prozent) erfolglos nach Kandidaten mit dualer Berufsausbildung. 38 Prozent fanden keine Mitarbeiter mit einem Weiterbildungsabschluss. Bei jedem dritten Arbeitgeber (33 Prozent) blieben Vakanzen für Hochschulabsolventen frei. 30 Prozent wurden bei Personal ohne Berufsabschluss nicht fündig. Zwar werden beruflich qualifizierte Kandidaten am meisten gesucht, doch laut DIHK ist die Steigerung bei den Geringqualifizierten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Jahren am größten.

Fast vier von zehn Betrieben finden Forderungen von Bewerber zu hoch

Als Ursache für Stellenbesetzungsprobleme gaben fast drei Viertel (71 Prozent) der Unternehmen das Fehlen von Bewerbern an – das gilt für alle Unternehmensgrößen. Sechs von zehn Betrieben nannten zu geringe oder unpassende Qualifikationen von Bewerbern; betroffen waren häufig die Industrie und technikorientierte Branchen. Mehr als jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) sieht in zu hohen Forderungen der Bewerber einen Grund dafür, dass freie Jobs nicht besetzt werden können. Das gilt vor allem für  kleinere Mittelständler. Auch regionale Faktoren spielen eine Rolle: In Ostdeutschland gab fast jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) fehlende Standortattraktivität als Ursache an.

DIHK plädiert für erleichterte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Nicht-EU-Ausland

Angesichts der geäußerten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung gab gut jedes zweite befragte Unternehmen an,  grundsätzlich an der Einstellung ausländischer Mitarbeitern aus Ländern außerhalb der EU interessiert zu sein. Dercks plädierte dafür, die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte zu erleichtern, um den Fachkräftemangel einzudämmen.

Der vollständige Report steht > hier zum Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.