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Fachkräftenachfrage zieht an

Deutsche Firmen suchen vermehrt nach Mitarbeitern. Nicht einfach in Zeiten des Fachkräftemangels. Foto: © Paulista/Fotolia.de
Deutsche Firmen suchen vermehrt nach Mitarbeitern. Nicht einfach in Zeiten des Fachkräftemangels. Foto: © Paulista/Fotolia.de

Viele Unternehmen in Deutschland spüren den Fachkräftemangel bereits. Sie können Schlüsselpositionen nicht mehr so schnell und einfach besetzen wie etwa noch vor zehn Jahren. Oder Top-Mitarbeiter mit Spezialwissen werden plötzlich von anderen Firmen abgeworben. Der Fachkräfteatlas von Stepstone zeigt auf, wie sich der Personalbedarf aktuell entwickelt und wo es die größte Nachfrage gibt.

Die Anzahl der Stellenausschreibungen hierzulande nimmt weiter zu, wie der Fachkräfteatlas zeigt. Insgesamt ist die Fachkräftenachfrage im ersten Halbjahr 2015 im Vorjahresvergleich um drei Prozent gestiegen, gegenüber 2013 sogar um 15 Prozent. Mit dem Stepstone Fachkräfteatlas wertet die Online-Jobbörse monatlich die Stellenausschreibungen aller relevanten Online- und Print-Plattformen in Deutschland aus.

Nachfrageboom im Gesundheitswesen

Die mit Abstand stärkste Entwicklung zeigte sich im Gesundheitswesen, das vom demografischen Wandel gleich doppelt betroffen ist. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage nach medizinischen Fachkräften in der Folge überproportional gewachsen: Der Bedarf an Ärzten stieg um 33 Prozent und auch die Nachfrage nach Arzthelfern und Pflegekräften nahm um fast ein Drittel (32 Prozent) zu.

Steigender Bedarf auch im Finanz- und HR-Bereich

Ebenfalls stark entwickelte sich der Fachkräftebedarf im Finanz- und Rechnungswesen: Im ersten Halbjahr betrug das Plus 17 Prozent. Auch der Bedarf an Spezialisten in den Personalabteilungen ist in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen: Im ersten Halbjahr 2015 war die Anzahl der Stellenausschreibungen für das Personalwesen um 25 Prozent höher als in 2013. Den Entscheidern in deutschen Unternehmen, so Stepstone, scheine zunehmend bewusst zu werden, dass die Aufstellung der Personalabteilung entscheidende Bedeutung für den Unternehmenserfolg hat.

IT-Fachkräfte  und technische Berufe meistgesucht

Quantitativ betrachtet herrscht in Deutschland in der Informationstechnik der größte Fachkräftebedarf: Bundesweit gab es im vergangenen Jahr für diese Branche 52 Stellenausschreibungen je 100.000 Erwerbsfähige. Was die absoluten Zahlen angeht, war in keinem anderen Bereich die Nachfrage nach Fachpersonal höher. Dicht dahinter folgte die Gruppe der technischen Berufe (51 Stellenausschreibungen je 100.000 Erwerbsfähige), zu der unter anderem Jobs aus der Medizin- und Biotechnologie sowie der Metall- und Elektroindustrie gehören.

Fachkräftebedarf wächst in allen 16 Bundesländern

Die Anzahl der Stellenausschreibungen ist zuletzt in allen Regionen gestiegen – wenn auch auf sehr unterschiedlichem Niveau: Während in ganz Deutschland im ersten Halbjahr 2015 pro Monat durchschnittlich 340 Stellenausschreibungen für Fachkräfte auf je 100.000 Erwerbsfähige kamen, lagen die Vergleichswerte vor allem in den südlichen Wirtschafts- und Industrieregionen deutlich höher. Entsprechend gehörten Hessen (524), Bayern (469) und Baden-Württemberg (480) zu den Flächenländern mit überdurchschnittlich hohem Personalbedarf.

Schlusslichter: Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen

Noch dringender wurden Fachkräfte nur in den drei deutschen Stadtstaaten gesucht. Dabei lag Hamburg (961 Stellenausschreibungen je 100.000 Erwerbsfähige) weit vor Berlin (575) und Bremen (547). Allerdings werden in urbanen Ballungsräumen aufgrund der Einwohner- und Unternehmenskonzentration naturgemäß besonders viele Stellen ausgeschrieben, was den Vergleich mit den Flächenländern erschwert. Schlusslicht beim Fachkräftebedarf war der strukturschwache Osten: In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen lag die Nachfrage rund 60 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Berufsgruppen regional unterschiedlich gefragt

Abhängig von den regionalen Wirtschaftsstrukturen sind in den Ländern dabei oft sehr unterschiedliche Berufsgruppen gefragt. In Baden-Württemberg machten etwa Stellenausschreibungen im Ingenieurwesen sowie in Technik und IT fast die Hälfte des Gesamtangebots aus. Der Bedarf an Controllern, Buchhaltern und Business-Analysten ist dagegen in Hessen mit seiner Finanz-Metropole Frankfurt verhältnismäßig groß: Rund 16 Prozent der dortigen Stellenausschreibungen kommen aus diesem Bereich. Dagegen stehen in Hamburg vor allem IT-Profis hoch im Kurs – knapp 20 Prozent aller Stellenausschreibungen in der Hansestadt zielen auf diese Berufsgruppe.

Weitere Informationen unter:
www.fachkraefteatlas.de

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