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Familienunternehmen schaffen mehr Arbeitsplätze als Dax-Konzerne

Familienunternehmen haben sich in den vergangenen Jahren positiver entwickelt als Konzerne in Aktionärshand. Sowohl Mitarbeiterzahl als auch Umsatz sind stärker gewachsen als Vergleichswerte der großen im Aktienindex Dax gelisteten Organisationen. Das geht aus einer Analyse im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervor, die vom Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim durchgeführt wurde.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die 500 größten deutschen Familienunternehmen dabei mit den 26 größten Dax-Unternehmen verglichen, die nicht mehrheitlich in Hand einer Familie sind. Das Ergebnis: Während die Familienunternehmen insgesamt zwischen 2011 und 2020 1,5 Millionen Arbeitsplätze im In- und Ausland geschaffen haben (ein Wachstum von 33 Prozent), waren es bei den 26 Dax-Unternehmen 390.000 (+ 14 Prozent).

Nun könnte man argumentieren, dass sich 500 Unternehmen auf der einen Seite nicht mit 26 auf der anderen Seite vergleichen lassen. Doch auch wenn man die 26 umsatzstärksten Familienunternehmen mit den 26 untersuchten Dax-Konzernen vergleicht, sind erstere besser: Sie schufen im genannten Zeitraum rund 837.000 Arbeitsplätze.

Familienunternehmen stemmen einen wichtigen Teil der Inlandsbeschäftigung

Die Studie zeigt auch, dass familienbetriebene Unternehmen deutlich häufiger in Deutschland Arbeitsplätze ausbauen als Dax-Konzerne. Familienunternehmen haben in der Bundesrepublik von 2011 bis 2020 rund 585.000 neue Stellen neu geschaffen (allein bei den Top 26 der Familienbetriebe waren es etwa 267.000). Die Dax-Unternehmen schufen im Vergleich dazu im selben Zeitraum nur 48.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Die Studienverfasserinnen und -verfasser erklären sich diese Unterschiede auch damit, dass Familienunternehmen und Dax-Konzerne anders auf die Corona-Pandemie reagiert haben. „Im ersten Pandemiejahr schufen die Familienunternehmen noch weitere Arbeitsplätze, während die 26 Dax-Unternehmen bereits Beschäftigung abbauten“, heißt es im Studienbericht. Daraus schließen die Analystinnen und Analysten, dass Familienbetriebe eher auf Beschäftigungssicherheit setzen als im Dax gelistete Großkonzerne.

Umsatz von Familienunternehmen stärker gestiegen

Dass Familienunternehmen stärker wachsen als Dax-Konzerne, zeigt sich auch an der Entwicklung des Umsatzes der beiden Organisationstypen. Bei den Familienbetrieben stieg der Umsatz um durchschnittlich 3,77 Prozent, während das Wachstum bei den 26 Dax-Konzernen 1,69 Prozent betrug.

Die Stiftung Familienunternehmen sieht die Analyseergebnisse als Beweis dafür an, wie wichtig Familienunternehmen für die deutsche Wirtschaft sind. „Gerade mit Blick auf die aktuellen Preis- und Rohstoffkrisen und die Gefahren für die Konjunktur sollte sich die deutsche Öffentlichkeit bewusst sein: Familienunternehmen sind der Stabilitätsanker Deutschlands und tragen maßgeblich zu unserem Wohlstand bei“, sagt Professor Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Die Untersuchung zeigt, dass Familienunternehmen bisher Krisen nachweislich besser überstehen konnten und ihre Belegschaft auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten – gerade am Standort Deutschland. Deshalb ist es essenziell, diese Unternehmensform in der derzeit so angespannten Lage nicht zu benachteiligen.“

Lena Onderka ist redaktionell verantwortlich für den Bereich Employee Experience & Retention – wozu zum Beispiel auch die Themen BGM und Mitarbeiterbefragung gehören. Auch Themen aus den Bereichen Recruiting, Employer Branding und Diversity betreut sie. Zudem ist sie redaktionelle Ansprechpartnerin für den Deutschen Human Resources Summit.