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Frauen lassen sich schlechter bezahlen

IT-Freiberuflerinnen lassen sich oft beim Honorar herunterhandeln oder verlangen von vornherein weniger als Männer.
Foto: © Andrey Udartsev/Fotolia.de
IT-Freiberuflerinnen lassen sich oft beim Honorar herunterhandeln oder verlangen von vornherein weniger als Männer.
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Genau 50 Prozent der Unternehmen hierzulande geben an, dass sie weiblichen IT-Freelancern einen niedrigeren Stundensatz gewähren als Männern. 38 Prozent berichten, Männer würden etwas mehr erhalten und zwölf Prozent sagen, es sei deutlich mehr. Das sind Erkenntnisse einer repräsentativen Befragung, die Bitkom Research im Auftrag von Etengo durchgeführt hat. Befragt wurden 304 IT-Vorstände, CIOs oder (Haupt-)Abteilungsleiter IT deutscher Unternehmen ab 500 Mitarbeitern.

Frauen sind zu bescheiden in ihren Honorarforderungen

Gefragt nach den Gründen für die unterschiedliche Bezahlung weiblicher und männlicher externer IT-Experten, gaben 37 Prozent der Unternehmen an, dass Frauen in Verhandlungen über die Stundensätze eher nachgeben als Männer. 33 Prozent sagten, weibliche Freiberufler würden von vornherein weniger fordern. Jeder vierte Befragte (25 Prozent) äußerte, die weiblichen Freelancer verfügten über weniger Projekterfahrung. 24 Prozent erklärten, die Frauen stünden nur als Teilzeitkräfte für das Projekt zur Verfügung. Nur jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) nennt fehlendes Spezialwissen als Grund für Unterschiede bei den Stundensätzen.

Frauen können und sollten selbstbewusst in Honorarverhandlungen gehen. Gleichzeitig muss es selbstverständlich sein, dass Frauen für die gleiche Arbeit auch die gleiche Bezahlung erhalten,

kommentiert Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research, die Befragungsergebnisse. Wenn Deutschland den gravierenden Mangel an IT-Fachkräften decken wolle, gelte es, unbedingt mehr Frauen für Berufe in der IT-Branche zu gewinnen.

In acht von zehn Firmen spielen IT-Freiberufler eine große Rolle

Die meisten großen Unternehmen können aktuell nicht auf IT-Freiberufler verzichten. Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) geben an, dass IT-Freelancer eine große Bedeutung für ihr eigenes Unternehmen haben. Dabei spricht gut jeder fünfte Arbeitgeber (22 Prozent) sogar von einer sehr großen Bedeutung. In praktisch keinem Unternehmen – nur bei einem Prozent – spielen IT-Freiberufler gar keine Rolle. Jede zweite Firma (51 Prozent) erwartet zudem, dass die Bedeutung der freiberuflichen Spezialisten in den kommenden sechs Monaten zunehmen wird. 45 Prozent denken, dass die Bedeutung gleich bleiben wird, lediglich vier Prozent erwarten einen Bedeutungsverlust.

Digitalisierung erhöht das Arbeitsaufkommen weiter

Die große Bedeutung von IT-Freelancern zeigt sich auch am Anteil des Arbeitsaufkommens, das sie in den IT-Projekten der Betriebe übernehmen. In den vergangenen sechs Monaten haben sie 21 Prozent übernommen, in den kommenden sechs Monaten wird dieser Anteil nach Aussage der Befragten auf mehr als 26 Prozent ansteigen. Durch die digitale Transformation aller Branchen könne man mit einer noch stärkeren Nachfrage rechnen, so Pols. Wenn in Unternehmen für zentrale Innovationsprojekte spezifische IT-Kenntnisse fehlten, lasse sich dieser Bedarf kaum sinnvoll über eine klassische Festanstellung decken, sondern nur durch Freelancer.

Der Ergebnisbericht ist > hier kostenfrei erhältlich.

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