Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Freelancer stark nachgefragt

Mann öffnet Hemd über der Brust wie Supermann, dahinter digitale Symbole
IT-Freiberufler mit besonderen Fähigkeiten stehen derzeit hoch im Kurs.
Foto: © Sergey Nivens/Fotolia.de

70 Prozent der Unternehmen hierzulande sagen, dass IT-Freiberufler für sie von großer Bedeutung sind. 24 Prozent schätzt die Bedeutung der Freelancer für die eigene Firma sogar als sehr groß ein. Besonders wichtig sind freiberufliche IT-Experten derzeit für Unternehmen mit 1000 bis 1999 Mitarbeitern. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von Bitkom Research im Auftrag von Etengo hervor. An der Untersuchung nahmen 305 IT-Vorstände, CIOs oder (Haupt-)Abteilungsleiter IT deutscher Unternehmen ab 500 Mitarbeitern teil.

Freelancer übernehmen bald ein Viertel des IT-Projektvolumens

Auch in Zukunft stehen IT-Freiberufler hoch im Kurs: 51 Prozent aller befragten Unternehmen rechnen damit, dass Freelancer im zweiten Halbjahr 2017 noch an Bedeutung dazugewinnen. Unter den großen Unternehmen mit mindestens 2000 Mitarbeitern sind es sogar 56 Prozent. Diese Einschätzung spiegelt sich auch im Projektvolumen wider, das Freiberufler aktuell leisten und künftig leisten sollen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) geht davon aus, dass der Anteil, den Freiberufler bei ihren Projekten bewältigen, steigen wird. In den vergangenen sechs Monaten übernahmen Freelancer im Schnitt ein Fünftel (20 Prozent) der Projekt-Arbeitsstunden. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Unternehmen, dass es ein Viertel des Projektvolumens (25 Prozent) sein wird.

Laut Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research, hat die Zahl der unbesetzten Stellen für IT-Spezialisten die Marke von 50 000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchten händeringend IT-Experten.

Ohne Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, wäre die digitale Transformation in Deutschland nicht möglich und ohne IT-Freelancer wäre diese für viele Unternehmen nicht zu stemmen,

so Pols.

Vier Anläufe bis zum passenden Kandidaten

Bei der Auftragung der externen IT-Spezialisten stoßen die Unternehmen jedoch auf einige Hürden. Die Firmen benötigen durchschnittlich vier Termine mit verschiedenen Kandidaten, bis sie den richtigen Experten für ihr Projekt gefunden haben. Vier von zehn Unternehmen (42 Prozent) brauchen sogar fünf oder mehr Anläufe. Besonders schwierig wird es, wenn es nur wenige Kandidaten mit geeigneten Fähigkeiten und Kenntnissen gibt. Dieser Problematik sehen sich 59 Prozent der Unternehmen ausgesetzt. Ein Viertel der Firmen (25 Prozent) sagt, dass Freelancer nicht über die benötigten Qualifikationen verfügen.

Interne Hürden: knappe Budgets und fehlende Akzeptanz durch Festangestellte

Darüber hinaus stellen knappe Budgets und die Budgetprozesse für zwei Drittel der Unternehmen eine Herausforderung der. Ebenfalls für knapp zwei Drittel (65 Prozent) ist die Verfügbarkeit der geeigneten Freiberufler zum geplanten Projektstart eine Hürde. Außerdem muss mehr als jeder zweite Arbeitgeber (57 Prozent) auf dem Weg der Freelancer-Beauftragung rechtliche Hürden oder interne Compliance-Anforderungen überwinden. Auch auf Mitarbeiterseite gibt es Herausforderungen: So sagen 40 Prozent der befragten Unternehmen, dass die eigenen Festangestellten Probleme haben, Freelancer zu akzeptieren. In 36 Prozent der Firmen ist nicht eindeutig geklärt, ob das gefragte Know-how intern oder extern bereitgestellt werden soll.