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Ein Drittel der KMU beklagt Stress bei der Stellenbesetzung

Schwarzer Untergrund/Tafel mit Kreideschrift
Kleine Betriebe denken, dass sie mehr Rekrutierungsprobleme haben als große Unternehmen.
Foto: © Yvonne Weis/StockAdobe

45 Prozent der KMU hierzulande finden, dass die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter die größte Herausforderung darstellt. Von den Unternehmen mit 200 bis 249 Mitarbeitern geben dies sogar 58 Prozent an. Von den Betrieben mit 100 bis 149 Beschäftigten sind 38 Prozent dieser Ansicht. Rund jedes dritte kleine und mittlere Unternehmen (31 Prozent) nimmt die Suche nach Mitarbeitern als Stressfaktor wahr. Bei Unternehmensgründern steht die Gewinnung des ersten Mitarbeiters unter den Stressfaktoren sogar an erster Stelle, weit vor der Finanzierung des Startkapitals, die lediglich knapp ein Viertel (22 Prozent) der KMU als belastend empfindet. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag von > Indeed hervor. Dafür wurden im Januar dieses Jahres 501 Rekrutierungsverantwortliche aus kleinen und mittleren Unternehmen befragt.

Im Schnitt dauert die Stellenbesetzung gut sechs Wochen

Um eine neue Stelle besetzen, benötigen die befragten Betriebe durchschnittlich mehr als sechs Wochen. Rund jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) berichtet, dass die Besetzung im Mittel zwischen zwei Wochen und einem Monat dauert. Knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) gibt an, dafür bis zu zwei Monate zu benötigen. Circa einem Fünftel der Firmen (21 Prozent) gelingt es, für eine Vakanz im Zeitraum von einer Woche bis zu zwei Wochen den richtigen Mitarbeiter zu finden.

Gut drei Viertel der befragten Arbeitgeber (77 Prozent) sind der Meinung, dass KMU bei der Rekrutierung mehr Probleme haben als große oder etablierte Unternehmen. Von den Unternehmen mit einem Umsatz von einer bis 9,99 Millionen Euro denken sogar 83 Prozent, dass kleine Unternehmen bei der Einstellung von Personal mehr Schwierigkeiten haben.

Gründe für Rekrutierungsprobleme: von weniger Jobsicherheit bis zu unattraktiven Gehältern

Von den KMU, die glauben, dass kleine Betriebe größere Rekrutierungsprobleme als andere haben, sehen zwei Drittel (68 Prozent) die Ursache darin, dass Jobsuchende die Arbeitsplätze in kleinen Unternehmen für weniger sicher halten. Jeder zweite dieser Befragten (50 Prozent) betrachtet den fehlenden Bekanntheitsgrad kleinerer Firmen als möglichen Grund. 44 Prozent denken, dass Kandidaten bei KMU davon ausgehen, mit einer höheren Arbeitsbelastung konfrontiert zu werden. Fast jeder dritte Studienteilnehmer (31 Prozent) erklärt sich die Besetzungsschwierigkeiten damit, dass kleine Betriebe weniger attraktive Gehälter bieten als große Unternehmen.

Annina Hering, Economist bei Indeed, ist der Ansicht, dass sich KMU auch selbst benachteiligen. Viele der häufig im ländlichen Raum angesiedelten Betriebe seien mit ihren offenen Stellen noch nicht online vertreten.

Wenn Kandidaten einen Job online nicht finden, dann gibt es ihn quasi nicht,

so Hering. Dabei konkurrierten die kleinen Betriebe mit Großunternehmen, die digital schon gut aufgestellt seien und viele verschiedene Rekrutierungskanäle nutzten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.