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Wo sind die qualifizierten Mitarbeiter?

Die Bundesregierung plant, die Elektromobilität in Deutschland auszubauen. Dafür sind qualifizierte Fachkräfte notwendig. Laut einem Fachbeitrag in den “VDI Nachrichten” wird es für die Fahrzeughersteller jedoch schwierig werden, an geeignetes Personal zu kommen. Viele Hochschulabsolventen seien nicht entsprechend ausgebildet.

Ein Elektroauto lädt Strom aus einer Ladesäule, die vor einem Bürogebäude steht
Das soll bald ein normaler Anblick sein. Damit es so weit kommen kann, braucht die Autobranche zunächst einmal qualifiziertes Personal.
Foto: © Petair/Fotolia.de

In den “VDI Nachrichten” (Ausgabe 04 vom 26. Januar 2018) schreibt der Ingenieur und Personalberater Joachim Lang, der geplante Ausbau der Elektromobilität stelle Fahrzeughersteller und Zulieferer vor große Herausforderungen. Um die vorgesehene Stückzahl an Fahrzeugen zu produzieren und dafür notwendige Technologien zu entwickeln, würden qualifizierte Fachkräfte benötigt, die hierzulande auf dem Markt aber nicht vorhanden seien. Nicht nur klassische Fahrzeugbauer würden für Elektrofahrzeuge und die neuen Konzepte der Mobilität gebraucht, sondern vor allem Werkstofftechniker, Elektrotechniker und Elektroniker.

Absolventen können Wissen nicht umsetzen

Auch fehle es vielen Hochschulabsolventen an der nötigen Qualifikation. Dadurch dass das Hochschul- und Ausbildungssystem immer weiter verkürzt werde und stark verschult sei, würden die Studierenden zwar Wissen sammeln, könnten es aber nicht verknüpfen und praktisch umsetzen, kritisiert Lang. Das betreffe zwar nicht alle Studierenden, doch insgesamt sei das Leistungs- und Bildungsniveau gesunken.

Auch Personaldienstleister müssen Know-how aufbauen

Angesichts dieser Situation geht es nach Ansicht von Lang auch für Personaldienstleister nicht mehr allein darum, passende Mitarbeiter zu finden und zu vermitteln, sondern zusätzlich fachliches Know-how aufzubauen, Projektgruppen zu Spezialgebieten zu entwickeln und soziale Kompetenzen zu lehren. Auch der regelmäßige Kontakt zu Arbeitgebern, potenziellen Bewerbern, Hochschulen und Ausbildungsstätten gehöre dazu, denn die Personalvermittler seien ein wichtiges Bindeglied zwischen Unternehmen und Hochschulen. Für die Unternehmen der Fahrzeugbranche selbst, gelte es, sich als Arbeitgeber positiv und überzeugend darzustellen, um qualifizierte Absolventen und andere Mitarbeiter zu gewinnen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.