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Konkurrenten gehen gegen Google Jobs vor

Google-Schriftzug auf der Startseite eines Browsers
Konkurrierende Unternehmen halten die Job-Suchfunktion von Google für illegal und beschweren sich per Brief bei EU-Wettbewerbshüterin Margarete Vestager. Foto: jay88ld0/Pixabay

In einem Brief fordern 23 europäische Online-Stellenbörsen die EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager auf, Google “unfaire Praktiken” im Zusammenhang mit der Job-Suchfunktion “Google for Jobs” zu verbieten – zumindest so lange, bis die europäische Wettbewerbshüterin untersucht hat, ob die Suchfunktion in ihrer jetzigen Form zulässig ist. Das berichtet die Nachrichtenagentur › Reuters, der der Brief vorliegen soll.

Die Unternehmen behaupten, die Positionierung der “Google for Jobs”-Box ganz oben in den Suchergebnissen sei illegal, da das Unterhehmen seine Marktmacht zum Nachteil der Konkurrenten ausnutze. Vestager überprüft inzwischen, ob an den Vorwürfen etwas dran ist. Sie verlässt zwar Ende des Monats ihren Posten, ihr Nachfolger soll das Thema nach einer “intersiven” Einarbeitung allerdings weiter verfolgen. Sollten die Forderungen aus dem Brief kein Gehör finden, wollen die Unternehmen formelle Beschwerde einlegen, zitiert Reuters einen Insider. Unter anderem das Berliner Unternehmen StepStone (gehört zu Axel Springer) soll das sogar schon getan haben.

Unternehmen wollen “Gleichbehandlung”

Für Google ist das Tool eine Erfolgsgeschichte: Laut dem Datenanalysten “Jumpshot” soll das Tool allein  in den USA seine Klickzahlen seit August 2017 auf 120 Millionen verdoppelt haben. Und der Suchmaschinenbetreiber ist sich keiner Schuld bewusst: “Jeder Anbieter vom Arbeitgeber bis hin zu Jobplattformen – kann diese Funktion bei der Suche nutzen – und bei vielen sind dadurch bedeutend mehr Bewerbungen eingegangen”, wird ein Google-Verantwortlicher zitiert. “Google for Jobs” bettet Jobanzeigen von Webseiten – auch von konkurrierenden Jobbörsen – ein, wenn sie so programmiert sind, dass die Suchmaschine sie finden kann.

Den klagenden Unternehmen reicht das nicht, um von “Gleichbehandlung” zu sprechen. Zudem fürchten sie, dass Google zukünftig bezahlte Anzeigen in der Job-Box verkauft und so noch stärker das Geschäft der Konkurrenz angreift.