Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Gute Zeiten für Unternehmensberater

Die Consultingbranche befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Foto: © dp@pic/Fotolia.de
Die Consultingbranche befindet sich weiter auf Wachstumskurs. Foto: © dp@pic/Fotolia.de

Angesichts des digitalen Wandels und der notwendigen Anpassungen bei Strategie, Prozessen und IT setzen die Unternehmen in Deutschland vermehrt auf die Unterstützung durch Unternehmensberater. Die Consultingbranche befindet sich dadurch im Aufwind. Gleichzeitig bauen die Beratungsfirmen ihr digitales Portfolio aus.

2016 ist der Umsatz der Unternehmensberatungen hierzulande um 7,4 Prozent auf 29 Milliarden Euro gestiegen. Für 2017 haben drei Viertel der Firmen eine positive Wachstumsprognose abgegeben, bei den großen Beratungen sind es sogar 90 Prozent. Insgesamt rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von 8,3 Prozent.

Digitalisierung bringt Beratungsbedarf in Change Management & Co

Aufgrund der umfangreichen Transformationsanforderungen bei den Kundenunternehmen erwarten die Consultingfirmen ein überdurchschnittliches Umsatzplus (9,7 bis 9,9 Prozent) in den Beratungsfeldern Change Management, Business Development & Innovation sowie CRM und Vertrieb. Die Branchen, die aus Beratersicht dieses Jahr für die größte Nachfrage und das stärkste Wachstum sorgen, sind die Konsumgüterindustrie, der Handel und die Chemie-/Pharmabranche. Aber auch bei Finanzdienstleistern und dem Fahrzeugbau versprechen sich die Unternehmensberater Zuwächse; 2016 entfiel über ein Drittel des Branchenumsatzes allein auf diese beiden Branchen. Dies sind Ergebnisse der Marktstudie “Facts & Figures zum Beratermarkt 2016/2017” des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (> BDU). An der Studie nahmen im Januar und Februar dieses Jahres rund 500 Unternehmensberatungen teil. Befragt wurden ausschließlich Consultingfirmen mit einem substanziellen Anteil in der klassischen Management- und IT-Beratung.

IT-Themen werden stärker ins Consulting-Portfolio aufgenommen

Die Umfrage zeigt auch, dass die Consultingfirmen im Zuge der Digitalisierung und der geänderten Anforderungen der Auftraggeber ihr digitales Beratungsportfolio und die eigenen Geschäftsmodelle weiter ausbauen. Klassische Consultingthemen spielten noch enger mit IT-Themen und kommunikativen Aufgabenstellungen zusammen als bisher, sagt BDU-Präsident Ralf Strehlau. Auf diese Entwicklung reagierten die Unternehmensberatungen unter anderem durch den gezielten Zukauf von Tech-Unternehmen sowie Digital- und Werbeagenturen oder die intensivere Kooperation mit passenden Partnern, so Strehlau. Besonders große Consultingfirmen sorgten 2016 und zu Beginn 2017 durch Übernahmen für viel Bewegung im Markt.

Für 2017 weitere Personalaufstockung bei Beratern geplant

Die steigende Nachfrage nach Beratungsleistungen sorgte bereits 2016 dafür, dass die Consultingfirmen ihr Personal aufstockten. Rund 6000 zusätzliche Arbeitsplätze wurden geschaffen, davon 5000 auf Beraterebene. Im vergangenen Jahr arbeiteten in Deutschland rund 115 000 Unternehmensberater, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren etwa 140 000 Mitarbeiter in der Consultingbranche beschäftigt. Die gute Geschäftslage und -prognose wirkt sich auch 2017 auf das Recruiting der Unternehmensberatungen aus: Drei von vier der großen Firmen planen, im laufenden Jahr zusätzliche Senior- und Junior-Consultants einzustellen. Auch zwei Drittel der mittelgroßen Consultingfirmen wollen ihren Personalstamm auf Beraterebene aufstocken; das ist der mit Abstand höchste Wert seit langer Zeit.