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Hohe Erwartungen

Vivika Gramke ist Personaldirektorin der Targobank in Duisburg.
Vivika Gramke ist Personaldirektorin der Targobank in Duisburg.

Personalwirtschaft: Frau Gramke, via Zeitarbeitsuchen Unternehmen primär gewerbliche, aber auch kaufmännische Kräfte sowie Mitarbeitermit höheren Qualifikationen. Wen beschäftigen Sie bei der Targobank?
Vivika Gramke: Unser Fokus bei der Arbeitnehmerüberlassung liegt regional bei kaufmännischen Mitarbeitern. Überregional gibt es immer wieder Bedarf beider temporären Besetzung von Vertriebspositionen.

Welche Funktion hat die Zeitarbeit für die Targobank?
Die zusätzlich gewonnene Flexibilität ist auch für die Targobank ein Hauptargument für den Einsatz von Zeitarbeitskräften. Für uns ist die Zeitarbeit aber auch ein zentrales Rekrutierungsinstrument. In 2015 haben wir rund 40 Zeitarbeitskräfte festübernommen und nicht erst –wie marktüblich –befristet eingestellt. Zeitarbeit ist für uns neben der Direkteinstellung ein wichtiger Einstiegskanal.

Wie beurteilen Sie das Dienstleistungsangebot der Zeitarbeitsfirmen? Was könnte besser wer-den in der Kooperation?
Hier sehen wir noch Optimierungspotenzial. Die Fluktuation der Disponenten ist in vielen Zeitarbeitsfirmen zu hoch, worunter die nachhaltige Kundenbeziehung leidet. Die Zusammenarbeit funktioniert umso besser, je länger und besser Disponenten mit dem Kunden und seinen Arbeitsplätzen vertraut sind. Fluktuation ist aus unserer Sicht weithäufiger bei den Branchengrößen anzutreffen als bei den kleineren Firmen, die inhabergeführt sind und sich erfolgreich in Nischen schlagen.

Was erwarten Sie darüber hinaus von Zeitarbeitsfirmen?
Neben der nachhaltigeren Besetzung von Positionen ist es wichtig, dass Zeitarbeitsfirmen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, zum Bei-spiel in die Interviewkompetenz der Disponenten. Wünschenswert ist auch, dass die Passung zwischen Zeitarbeitnehmer und angebotener Aufgabe noch besser geprüft und abgewogen wird.

Wie viele Zeitarbeitskräfte beschäftigen Sie?
Wir beschäftigen im Schnitt 50 Zeitarbeitskräfte. Was zuvor durch Exklusiv-Provider abgedeckt war, steuern wir nun über interne Mitarbeiter selbst. Für unsere Größe ist das gut zu schaffen.

Das heißt, Sie waren mit der Leistung der Dienstleister nicht zufrieden?
Nachdem wir mit zwei externen Partnern übermehrere Jahre exklusiv zusammengearbeitet hatten, stellten wir fest, dass dieses Model nicht zu unseren Anforderungen passt. Wir waren ursprünglich mit dem Ziel angetreten, den Administrationsaufwand und die Prozesskosten zu senken. Tatsächlich begaben wir uns in die Abhängigkeit von wenigen Dienstleistern. Können sie die gewünschten Ressourcen nicht liefern, fehlen uns die Alternativen.

Wie ging es weiter?
Aufgrund der Erfahrungen prüften wir nach einer Ausschreibung ein Jahr lang zwölf Zeitarbeitsfirmen für eine dauerhafte Kooperation. Übrig geblieben sind acht Dienstleister, wovon wir inzwischen mit fünf als Preferred Supplier eng kooperieren. Diese sind auch berechtigt, Aufträge an Subunternehmen weiterzugeben. Grundsätzlich müssen alle Partner unsere Vorgaben für Compliance erfüllen, wozu auch die Tarifbindung zählt.