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IAB-Studie: Lücke oder nicht Lücke?

MINT-Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung sind Mangelware. Bei Frauen wird ein MINT-Studium dagegen immer beliebter.
Foto: © mmphoto/Fotolia.de
MINT-Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung sind Mangelware. Bei Frauen wird ein MINT-Studium dagegen immer beliebter.
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Rund 7,5 Millionen MINT-Fachleute waren 2015 in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als 80 Prozent dieser Beschäftigten – in Zahlen 6 Millionen – sind nicht-akademische Fachkräfte.
Insgesamt ist zudem die Arbeitslosigkeit in MINT-Berufen tendenziell rückläufig, dennoch gibt es deutlich mehr Arbeitslose als gemeldete Stellenangebote. 2015 waren jahresdurchschnittlich 166.000 Stellenangebote für MINT-Berufe bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Dem gegenüber standen 343.000 Arbeitslose, die einen MINT-Beruf suchten. Rein rechnerisch kamen damit auf 100 gemeldete Stellen 207 Arbeitslose.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl neu gemeldeter Stellen um 20.000 gestiegen. Insbesondere der Bedarf an nicht-akademischen Fachkräften ist dabei stark gewachsen.
Deren Zahl sank allerdings im Vergleich zum Vorjahr: 2015 befanden sich 410.000 junge Menschen in einer betrieblichen Ausbildung. Das waren drei Prozent weniger als im Vorjahr. Der Frauenanteil lag bei geringen 12 Prozent. Bei Fachkräften mit beruflicher Ausbildung könnte sich der Fachkräftemangel zukünftig verstärken und ausweiten, warnt das IAB.

MINT-Akademiker vorhanden

Ein MINT-Studium ist bei Frauen zunehmend beliebter. Der weibliche Anteil hat weiter zugenommen, beträgt aber lediglich 28 Prozent. Schlussendlich ist der akademische Nachwuchs aber gesichert, so das IAB: Die Zahl der Studienanfänger ist in allen MINT-Fachrichtungen stark angestiegen. Die bereits gestiegenen Absolventenzahlen werden auch in den nächsten Jahren zunehmend größer ausfallen und das Fachkräftepotenzial weiter spürbar erhöhen.

Das Fazit des Instituts: Einen generellen Fachkräftemangel in MINT-Berufen gibt es derzeit nicht, nur in einzelnen Berufen. Zu den MINT-Engpassberufen zählen nach Einschätzung der Arbeitsagentur Informatiker mit Hochschulabschluss, Akademiker und ausgebildete Fachkräfte im Bereich Metallbau und Schweißtechnik, Maschinen -und Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Mechatronik und Automatisierungstechnik, Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik und technische Eisenbahnberufe. (cs)

Detaillierte Informationen finden Sie › hier.