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Immer mehr Menschen mit Behinderung in Arbeit

Die Beschäftigungsquote von Schwerbehinderten ist gestiegen, dennoch bleibt sie unter der Vorgabe von fünf Prozent.
Foto: © Andrey Popov/Fotolia.de
Die Beschäftigungsquote von Schwerbehinderten ist gestiegen, dennoch bleibt sie unter der Vorgabe von fünf Prozent.
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Die Anzahl der Unternehmen hierzulande, die unter die Beschäftigungspflicht fallen, ist um mehr als 4.000 auf fast 150.000 gestiegen. Aktuell gibt es 1,016 Millionen besetzte Pflichtarbeitsplätze – ein neuer Rekord. Weitere 138.000 Menschen sind in Betrieben mit weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigt. Die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter hat von 4,64 Prozent im Vorjahr auf 4,67 Prozent zugenommen und ist damit noch etwas näher an die gesetzliche Vorgabe von fünf Prozent gerückt. Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI sieht in vielen Teilbereichen Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Dennoch könnten Menschen mit Behinderung noch viel stärker vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitieren,

sagt Armin von Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch e.V.. Denn die Arbeitslosenquote von Schwerbehinderten ist mit 13,9 Prozent zwar leicht gesunken (2014 waren es noch 14 Prozent), aber immer noch doppelt so hoch wie in der Vergleichsgruppe ohne Behinderung. Auch ist die Zahl der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung mit 181.110 Menschen um rund 3.000 gestiegen. Damit entwickelte sich der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung nicht im Gleichschritt mit dem allgemeinen Arbeitsmarkt, wo die Arbeitslosenzahl auch 2014 leicht gesunken ist, so die Studie.

Schwerbehinderte sind wesentlich länger auf Jobsuche

Außerdem dauert die Arbeitssuche im Durchschnitt 96 Tage länger (im Vorjahr waren es 95 Tage) als bei Arbeitslosen ohne Behinderung. Die Art der Behinderung spielt bei der Einstellung ebenfalls eine entscheidende Rolle. Zwar stellen sich rund zwei Drittel (67 Prozent) der befragten Unternehmen auf Mitarbeiter mit körperlicher Behinderung ein, für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist der erste Arbeitsmarkt jedoch weitgehend verschlossen.

Gut ein Drittel der Unternehmen zahlt lieber die Ausgleichsabgabe

36 Prozent aller Arbeitgeber gegenüber 32 Prozent in 2014 bleiben unter der Einstellungsquote für Menschen mit Behinderung und zahlen stattdessen die gesetzliche Ausgleichsabgabe. Als Gründe nennen sie räumliche Barrieren und die mangelnde Bekanntheit der staatlichen Förderung. Von den Unternehmen, die behinderte Menschen einstellen, sehen allerdings 77 Prozent (im Vergleich: 2014 waren es 74 Prozent) keine Leistungsunterschiede zwischen Mitarbeitern mit und ohne Behinderung. In den nächsten zwei Jahren wollen zehn Prozent der befragten Unternehmen weitere Mitarbeiter mit Behinderung einstellen.

Für die Studie hat das HRI 500 mittelständische Unternehmen und 802 Mitarbeiter mit Behinderung repräsentativ befragt. Zugleich sind die jüngsten Zahlen aus verschiedenen Quellen wie der Bundesagentur für Arbeit in die Bewertung eingeflossen. Das Inklusionsbarometer wurde von der Aktion Mensch e.V. dieses Jahr zum dritten Mal erhoben.

Weitere Informationen mit der Möglichkeit zum Download der Studie gibt es > hier.

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