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Innovationserhebung: Fast jede fünfte Stelle bleibt vakant

Glühbirnen und Text
Die Innovatoren unter den Unternehmen in Deutschland suchen häufiger Mitarbeiter mit Hochschulstudium als andere Firmen.
Foto: © magele-picture/StockAdobe

62 Prozent der Unternehmen in Deutschland hatten im Jahr 2017 offene Stellen ausgeschrieben. Bei den sogenannten Innovatoren – Firmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben – lag der Anteil bei 70 Prozent. Gut 535 000 Jobs konnten die Unternehmen in den innovationsrelevanten Wirtschaftsbereichen wie geplant besetzen. Rund 360 000 Stellen (33 Prozent aller offenen Stellen) wurden nur verspätet oder nicht mit dem gewünschten Personal besetzt. Für circa 200 000 Vakanzen (18 Prozent aller offenen Stellen insgesamt) konnte kein Personal gefunden werden. Das sind Ergebnisse des ZEW – Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft. Die Studie wurde vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gegeben.

Rund ein Fünftel der Stellenangebote richtete sich an Akademiker

Bei den Innovatoren, die Mitarbeiter suchten, entfielen 16 Prozent der Stellen auf den Bereich Informatik, Mathematik und Statistik. 28 Prozent waren für andere Ingenieur- und Naturwissenschaftler ausgeschrieben und 19 Prozent richtete sich an Kandidaten mit weiteren akademischen Abschlüssen. Innovatoren suchten häufiger nach akademisch gebildeten Mitarbeitern als andere Unternehmen. Gleichzeitig war der Anteil der Innovatoren mit offenen Stellen, die berufliche Qualifikationen voraussetzten, höher als der Anteil derer, die akademische Qualifikationen nachfragten.

KMU erhöhten Innovationsausgaben stärker als Großunternehmen

Zu den Innovatoren hierzulande zählten 2017 knapp 107 000 Unternehmen. Die Innovatorenquote in der deutschen Wirtschaft betrug 36 Prozent – fast exakt der gleiche Anteil wie im Vorjahr. Die Ausgaben für Innovationen sind im Vergleich zu 2016 um 4,7 Prozent von 159,4 Milliarden Euro auf 166,9 Milliarden Euro gestiegen. Kleine und mittlere Unternehmen haben ihre Innovationsausgaben mit 6,4 Prozent überdurchschnittlich stark erhöht, bei Großunternehmen betrug der Anstieg 4,3 Prozent. Für 2018 und 2019 sollen die Ausgaben in KMU allerdings um jeweils zwei Prozent gesenkt werden. Größenübergreifend hatten die Firmen für Frühjahr und Sommer 2018 einen weiteren Anstieg der Innovationsausgaben um 3,4 Prozent geplant, für 2019 ist ein Zuwachs um zwei Prozent auf 175,9 Milliarden Euro vorgesehen.

Budget für Innovationen im Fahrzeugbau erstmals nicht gestiegen

Der Branchenvergleich zeigt, dass die Innovationsausgaben im Fahrzeugbau 2017 mit 52,4 Milliarden Euro mit Abstand am höchsten waren. Es folgten die Elektroindustrie mit 21,4 Milliarden Euro und die Chemie- und Pharmaindustrie mit 19 Milliarden Euro. Allerdings sind die Innovationsausgaben im Fahrzeugbau erstmals seit vielen Jahren nicht weiter gestiegen.

Innovationsintensität am höchsten in der Elektroindustrie

Die sogenannte Innovationsintensität, der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz der deutschen Wirtschaft, erreichte im vorletzten Jahr mit 3,1 Prozent einen neuen Höchstwert (für Großunternehmen ergab sich ein Wert von vier Prozent, bei KMU lag er bei 1,5 Prozent). Am innovationsintensivsten war die Elektroindustrie (10,6 Prozent), gefolgt vom Fahrzeugbau (9,3 Prozent), der Chemie- und Pharmaindustrie (8,9 Prozent) sowie den technischen Dienstleistungen (acht Prozent).

Der Bericht “Innovationen in der deutschen Wirtschaft” kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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