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Jeden Dritten hindert mangelndes Selbstvertrauen am Jobwechsel

Eine jüngere Mitarbeitern im Büro sitze am Schreibtisch mit PC und schaut nachdenklich und unzufrieden aus.
Unzufrieden, aber zu wenig Selbstvertrauen für einen Jobwechsel – davon berichten vor allem Frauen und jüngere Mitarbeiter.
Foto: © anyaberkut/Fotolia.de

70 Prozent der Berufstätigen hierzulande stecken in einer unbefriedigenden Jobsituation fest. Gefragt danach, was sie zu einem Jobwechsel motivieren würde, nennt mehr als jeder Zweite (54 Prozent) und damit die Mehrheit eine Gehaltserhöhung. Gut ein Viertel (28 Prozent) wünscht sich eine neue Herausforderung und rund ein Fünftel (22 Prozent) gibt eine bessere Work-Life-Balance als Beweggrund an. Bevor sie eine neue Bewerbung konkret in Betracht ziehen, warten die Arbeitnehmer im Schnitt elf Monate. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von > LinkedIn hervor. An der Befragung nahmen Ende September 1003 Arbeitnehmer teil.

Wenig Vertrauen in eigene Fähigkeiten vor allem bei Jüngeren und Frauen

Fast jeder dritte Befragte (31 Prozent) hat sich schon einmal gegen eine Bewerbung bei einem anderen Arbeitgeber entschieden, weil das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht ausreicht. Vor allem die Jüngeren sind hier unsicher: Von den 18- bis 34-Jährigen gaben dies 44 Prozent an, während es bei den 35- bis 54-Jährigen lediglich 22 Prozent und bei der Altersgruppe ab 55 nur 16 Prozent sind. Neben Alters- gibt es auch Geschlechtsunterschiede: Von den Frauen haben in der Vergangenheit bereits 36 Prozent aufgrund fehlenden Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten auf eine Bewerbung verzichtet, von den Männern mit 26 Prozent deutlich weniger.

Im Rahmen der Studie wurde auch nach den Gründen für mangelndes berufliches Selbstvertrauen gefragt. Danach glaubt ein Drittel der Studienteilnehmer, dass es bessere Kandidaten gibt als sie selbst und verzichtet deswegen darauf, einen anderen Job zu suchen. 30 Prozent meinen, keine ausreichende Berufserfahrung zu haben.

Manche bleiben doch lieber in ihrer Komfortzone

Neben einer zu geringen Überzeugung von den eigenen Fähigkeiten nannten die Befragten jedoch eine Reihe weiterer Argumente, die sie vom Jobwechsel abhalten. So zögert mehr jeder Vierte (28 Prozent), weil er die eigene Komfortzone nicht gerne verlassen möchte. 23 Prozent haben Bedenken, dass ihnen der neue Job nicht gefallen oder dass er schlechter sein könnte als der aktuelle. 16 Prozent fühlen sich ihrem gegenwärtigen Arbeitgeber verpflichtet und wollen loyal sein. Außerdem befürchten 15 Prozent, sie könnten es in einem neuen Unternehmen mit unfreundlichen Kollegen zu tun bekommen.

Jeder vierte Wechselwillige möchte direkt angesprochen werden

Die Befragung zeigt außerdem, dass einige Arbeitnehmer sich mehr Initiative von potenziellen Arbeitgebern wünschen, ebenso Ansprechpartner und Mentoren, die sie in Karrierefragen unterstützen und bestärken. So würden es 26 Prozent der Befragten gern sehen, dass Arbeitgeber aktiv auf Kandidaten zuzugehen anstatt die Stellen lediglich auszuschreiben. 17 Prozent fänden es gut, mit jemandem in einer ähnlichen Rolle sprechen zu können, um realistische Erwartungen für die ausgeschriebene Stelle zu entwickeln. 16 Prozent der Bewerber würden es begrüßen, dass jemand den Bewerbungsprozess begleitet und ihnen mit guten Ratschlägen zur Seite steht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.