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Jobsuchende wünschen Gehaltsangaben in Stellenzeigen

Detail aus vergrößertem Geldschein
Die meisten Stellensuchenden würden gern schon in den Jobinseraten einen Blick auf das zu erwartende Gehalt werfen.
Foto (CCO): pexels.com

Deutsche Unternehmen machen in ihren Stellen- anzeigen nur selten Angaben zur in Aussicht gestellten Höhe des Gehalts. Eine Befragung zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Job- suchenden hierzulande Informationen zur Bezahlung wünscht.

Unter anderem in Frankreich und Großbritannien ist es für Arbeitgeber selbstverständlich, dass sie potenzielle Bewerber bereits in den Jobinseraten über die zu erwartende Vergütung informieren. Auch in Deutschland könnten solche Angaben den Rekrutierungsprozess möglicherweise erfolgreicher machen. So sind drei Viertel der Jobsuchenden hierzulande (74 Prozent) der Meinung, dass Stellenanzeigen generell eine Information zur Vergütung enthalten sollten. Lediglich 17 Prozent finden, das sei nicht notwendig. Neun Prozent geben an, es sei ihnen egal. Das geht aus einer Analyse der Jobsuchmaschine › Adzuna hervor. Dafür wurde zwischen dem 17. und 21. Dezember 2018 eine Stichprobe von 552 Stellensuchenden in Deutschland aus der eigenen Arbeitnehmer-Datenbank befragt.

Dabei ist den meisten deutschen Befragten jedoch gar nicht bekannt, dass Gehaltsangaben bei Stellenanzeigen in Ländern wie Großbritannien oder Frankreich seit Jahren gängig sind: Zwei Drittel antworteten, dass sie davon keine Kenntnis hätte, lediglich ein Drittel war darüber informiert.

Jobinserate mit Vergütungsinfos erhöhen die Bewerberzahl

Rund zwei Drittel der Jobsuchenden (64 Prozent) würden in der Stellenanzeige am liebsten das Mindestgehalt für den Job sehen, während 36 Prozent für eine grobe Gehaltsspanne plädierten. Wenn sie die Wahl hätten, sich für eine Stelle mit oder ohne Gehaltsangabe im Jobinserat zu bewerben, würden sich 60 Prozent der Befragten für das Unternehmen entscheiden, dessen Stellenausschreibung Informationen zur Vergütung enthält. Für 21 Prozent spielt dieser Aspekt keine Rolle und 19 Prozent würden sich bei dem Unternehmen bewerben, das im Jobangebot keine Gehaltsangaben macht.

Wichtiger Anhaltspunkt für Gehaltsverhandlungen

Von den Befragten, die Unternehmen bevorzugen würden, deren Stellenausschreibung bereits über die Vergütung informiert, gaben mit 44 Prozent die meisten an, dass sie damit einen Anhaltspunkt für Gehaltsverhandlungen hätten. Als zweiten Grund mit 34 Prozent nannten sie Zeitersparnis durch Vorselektion und an dritter Stelle mit 22 Prozent stand das Argument, dass sie dadurch ihre Rolle im Unternehmen einschätzen könnten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.