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Karriere-Webseiten verlieren an Attraktivität

Herkömmliche Bewerbungswege könnten bald ausgedient haben. Stellenanzeigen im Stil von Dienstanweisungen, kryptische Abteilungsnamen und aufgeblasene Jobtitel schrecken potenzielle Bewerber ab. Kandidaten wollen auch nicht mehr nur nach Jobs suchen und meiden die Seiten und Systeme der Arbeitgeber, wenn sie können. Während im Vorjahr noch 94 Prozent der Studenten und Absolventen Karriere-Webseiten aufgesucht haben, sind es nun nur noch 84 Prozent. Die Hauptgründe sind fehlende Informationen zu Aufstiegsmöglichkeiten, möglichen Karrierewegen und Fortbildungen.

Kandidaten haben keine Lust auf unübersichtliche und komplizierte Bewerbungen

40 Prozent haben bereits einmal eine Online-Bewerbung abgebrochen, weil der Bewerbungsprozess zu lange dauerte oder die Stellenanzeigen zu kryptisch formuliert waren. Eine umfassende Erklärung zum Bewerbungsprozess bieten lediglich 22 Prozent der Arbeitgeber, dabei erwarten Bewerber hier Hilfestellung. Das sind Ergebnisse der Studie “Online Talent Communication 2015” (OTaC) von Potentialpark.

Bewertungsplattformen werden beliebter

Während die klassische Karriere-Webseite an Bedeutung verliert, steigt die Beliebtheit von Bewertungsplattformen wie kununu (das zu Xing gehört) und Glassdoor. 26 Prozent der Befragten haben diese schon einmal ausprobiert, 82 Prozent finden die Idee von Arbeitgeber-Reviews gut. Gleichzeitig denken aber auch 64 Prozent, dass negative Meinungen hier überrepräsentiert sind. Und zur Bewerbung müssen Kandidaten oft doch wieder zur Unternehmens-Seite zurück. 32 Prozent würden ihren Lebenslauf entsorgen und lieber ihr Professional-Network-Profil versenden. Doch nur 18 Prozent der Unternehmen bieten diese Funktion zurzeit an und meist muss man bei diesen zusätzlich trotzdem noch Lebenslauf und Anschreiben hochladen. Eine mobile Bewerbung mit Xing- oder LinkedIn-Profil bieten sogar nur fünf Prozent der untersuchten Unternehmen an, nicht signifikant mehr als im Vorjahr. Seit einem Jahr hat sich im Bereich der mobilen Bewerbungs-Lösungen wenig getan, zu wenige Arbeitgeber investieren hier.

Es geht auch anders: Fresenius, Deutsche Telekom und EY vorn

Einige wenige Arbeitgeber arbeiten aber bereits an personalisierten Karrierewebseiten und innovativeren Bewerbungswegen und machen es Bewerbern einfacher. Untersucht wurden neben den Karrierewebseiten und der Onlinebewerbung auch die Karrierepräsenzen auf sozialen und professionellen Netzwerken, die mobilen Karrierewebseiten und Apps.

Auf den ersten Platz gelangte Fresenius für die kandidatenfreundlichste Online-Bewerbung und den umfassendsten Social-Media-Auftritt. Neben einer intuitiven Stellen-Übersicht bietet der Gesundheits-Konzern auch an, dass Kandidaten sich mit oder ohne Registrierung bewerben können. Platz zwei ging an die Deutsche Telekom für die informativste Karrierewebseite, einen Hilfs-Chat für spontane Fragen, fortschrittliche Stellenanzeigen und die beste mobile Seite, die es auch erlaubt, unterwegs Stellen zu finden und zu speichern. Mit einem rundum soliden Auftritt auf allen Kanälen wurde EY auf den dritten Platz gewählt. Der Arbeitgeber überzeugte mit guten Beschreibungen der Einstiegsmöglichkeiten, Einblicken in den Arbeitsalltag und einer beispielhaften Vorbereitung auf die Bewerbung: in sieben Schritten von der Stellenauswahl bis zum ersten Tag.

Seit 2002 untersucht Potentialpark jährlich die Karriereseiten von Unternehmen sowie deren Benutzer- und Bewerberfreundlichkeit. Für die aktuelle Auflage bewertete das Stockholmer Marktforschungsinstitut 161 deutsche Unternehmen in über 300 Kriterien und befragte circa 1.200 Studenten zu ihren Erfahrungen mit der Online-Bewerbung.

Weitere Informationen unter:
www.potentialpark.com