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Kaum gewonnen, schon…

Top-Talente sind immer auf dem Absprung, auch wenn sie kaum im Job sind.
Foto: © alphaspirit/Fotolia.de
Top-Talente sind immer auf dem Absprung, auch wenn sie kaum im Job sind.
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Die von Personalberatern, Active Sourcern oder Business-Netzwerken viel beschworene “passive Jobsuche” ist für die Top-Talente auf dem Arbeitsmarkt keine echte Alternative mehr. Die besonders gefragten Leistungsträger auf dem deutschen Arbeitsmarkt warten nicht, bis sie aufgespürt werden, sondern nehmen ihre Jobsuche und Karriereplanung am liebsten selbst in die Hand.

Drei von vier Top-Talenten bleiben offen für Neues

Keine gute Nachricht für Arbeitgeber: Selbst wenn Leistungsträger gerade eine Stelle gefunden haben, schauen sich fast drei Viertel (72 Prozent) von ihnen weiterhin jeden Monat nach noch besseren Jobs um. Das geht aus einer aktuellen Recruiting-Studie von > Indeed hervor. Dafür wurden in Deutschland zunächst 1000 Führungskräfte der mittleren und oberen Managementebene befragt, die direkte Personalverantwortung für mindestens fünf Mitarbeiter tragen, um die Eigenschaften der sogenannten Top-Performer zu ermitteln. Darauf folgte eine Online-Befragung mit 1000 weiteren Managern. Außerdem wurden 3994 Kandidaten befragt, von denen aufgrund der Arbeitgeberbefragung zuvor 1774 Top-Performer identifiziert worden waren.

Leistungsträger auch bei der Jobsuche aktiv und selbssteuernd

Wodurch zeichnen sich die Leistungsträger nun aus, die für die Mehrheit der Arbeitgeber eine der Hauptzielgruppen bei der Mitarbeitersuche sind? Als typische Eigenschaften ermittelte die Studie vernetztes Denken in der Problemfindung und -lösung, eine aktive und selbststeuernde Arbeitsweise, erhöhtes Verantwortungsbewusstsein, starke Kommunikationsfähigkeit nach innen und außen sowie innovatives Querdenken.

Wir haben herausgefunden, dass fünf Prozent der Mitarbeiter in einem Unternehmen für 26 Prozent der Leistung verantwortlich sind. Sie sind also bis zu viermal produktiver als andere Mitarbeiter,

sagt Frank Hensgens, Geschäftsführer von Indeed in Deutschland. Solche Mitarbeiter gelte es einerseits zu finden und andererseits auch zu binden.

Und das ist nicht einfach, weil diese Leistungsträger nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Karriereplanung und Jobsuche selbst in die Hand nehmen und auf ihre eigene Kompetenz setzen: 59 Prozent der befragten Top-Talente sind davon überzeugt, dass eine Stelle besser zu ihnen passt, wenn sie sich selbst um diese bemühen und das keinem externen Akteur überlassen. 57 Prozent sind gar davon überzeugt, dass sie in diesem Fall später auch im Job erfolgreicher agieren.

Die Stellensuche erfolgt meist im Internet

Um sich nach einer neuen beruflichen Herausforderung umzuschauen, nutzen die meisten Leistungsträger das Internet. An erster Stelle stehen Online-Jobbörsen (55 Prozent) und deren Job E-Mails (43 Prozent). Gleich dahinter folgen Stellenanzeigen auf Karriere-Webseiten (33 Prozent) sowie Angebote über spezielle Job-Apps. Dagegen rangieren Offline-Varianten wie Karrieremessen (16 Prozent) oder die Zusammenarbeit mit Headhuntern (13 Prozent) ganz hinten.

Ein passendes Unternehmensleitbild verlockt besonders zum Jobwechsel

Haben die Top-Talente ein passendes Stellenangebot gefunden, übt das Unternehmensleitbild eines potenziellen Arbeitgebers die größte Anziehungskraft aus. Passt das Unternehmensleitbild zu den eigenen Wertvorstellungen, steigt das Interesse von Top-Talenten um 50 Prozent. Dagegen sind gute Aufstiegsmöglichkeiten lediglich für 19 Prozent ein Anreiz. Darüber hinaus können Arbeitgeber bei Leistungsträgern mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, einem attraktiven Standort sowie mit einer sinnstiftenden Tätigkeit punkten. Unternehmen, die sich auf das aktive Verhalten der Top-Performer einstellen und ihren Auftritt auf Jobseiten oder ihrer Karrierewebseite optimieren, hätten die besten Karten, auch die besten Talente zu gewinnen, so Frank Hensgens.