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Kita-Streik: So entlasten Arbeitgeber berufstätige Eltern

In der derzeitigen Lage hilft es den Müttern und Vätern vor allem, wenn das Unternehmen Flexibilität gewährleistet: Bei der Stadt Wuppertal haben Oberbürgermeister und Stadtdirektor vor Beginn des Streiks alle Führungskräfte in Verwaltung und städtischen Betrieben dazu aufgerufen, den Beschäftigten Heimarbeit zu ermöglichen. Zeitweise könnten die Eltern ihre Kinder auch mit an den Arbeitsplatz bringen.

Betriebseigene Kitas sorgen fürs Backup

Auch Bayer Vital in Leverkusen bietet seinen Mitarbeitern an, im Home Office zu arbeiten. Der Betrieb stellt zudem Eltern-Kind-Büros zur Verfügung. Außerdem machte das Unternehmen in einem Schreiben noch einmal alle Beschäftigten auf die Backup-Plätze in den betriebseigenen Tagesstätten aufmerksam. An etwa 25 Standorten bundesweit nehmen Einrichtungen die Kinder von Bayer-Mitarbeitern kurzfristig auf.

Dass sich die Einrichtung einer Betriebs-Kita durchaus rechnen kann, betonte vor kurzem auch noch einmal das Bundesfamilienministerium. Mit dem Förderprogramm “Betriebliche Kinderbetreuung” unterstützt der Staat Unternehmen finanziell bei der Einrichtung betrieblicher Kita-Gruppen.

Mitarbeiter und Vorgesetzte sollten an Lösungen arbeiten

Ursula Nicola-Hesse vom Audit “berufundfamilie” begleitet Organisationen wie die Stadt Wuppertal und Bayer Vital auf dem Weg zu einem familienbewussten Personalmanagement. Sie betont, dass Arbeitgeber Verständnis für die Lage der Eltern zeigen sollten. Bereits das Angebot von flexibler Arbeit könne sehr entlastend wirken. Sie ermutigt zudem alle berufstätigen Eltern, sich im Bedarfsfall an ihre Vorgesetzten zu wenden: “Gerade in Ausnahmefällen, wie einem bundesweiten Kita-Streik, sind in Absprache mit den Führungskräften und in den Teams sehr oft individuelle Lösungen möglich.”

Wenn Eltern ihr Kind weder selbst betreuen können noch kurzfristigen Ersatz aus dem Familien- oder Bekanntenkreis finden, dann helfen professionelle Anbieter weiter. Portale wie Betreut.de, der Notmütterdienst oder die Notfallmamas vermitteln Babysitter und Betreuer. Manche Dienstleister bieten sogar einen speziellen Firmenservice an.